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Junge Arbeitnehmer : Pause? Mach ich nicht

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Devise junger Arbeitnehmer: Lieber Mittagessen vor dem Laptop, als später in den Feierabend. Bild: Picture-Alliance

Wenn das Pensum steigt, sehen viele Arbeitnehmer nur zwei Möglichkeiten: Die Pause ausfallen lassen oder länger im Büro bleiben. Wozu junge Arbeitnehmer neigen, widerspricht ihrem derzeitigen Ruf stark.

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          Pausen im Job und ein erholsamer Feierabend sind wichtig, um Überlastungen vorzubeugen. Doch häufig kommen die benötigten Ruhephasen zu kurz: Knapp jeder dritte Deutsche hat so viel zu tun, dass keine Zeit für Pausen während der Arbeitszeit bleibt. Auch nach Feierabend lässt viele die Arbeit nicht los. Die Folge: 26 Prozent können nur schwer abschalten. Besonders in stressigen Phasen finden 44 Prozent der Arbeitnehmer nach Feierabend keine Ruhe vom Job. Das ergab eine repräsentative Umfrage Talent- und Karriereberatung von Rundstedt unter 665 Berufstätigen.

          Vor allem die jüngeren Arbeitnehmer sind nach dem Feierabend gedanklich noch in der Firma: Jeder zweite der 18 bis 29 Jahre alten Umfrageteilnehmer gibt an, in stressigen Zeiten nicht abschalten zu können. 19 Prozent sagen außerdem, dass sie sich abends noch Arbeit mit nach Hause nehmen. Bei den älteren Arbeitnehmern sind es im Vergleich nur 13 Prozent.

          Die junge Generation ist es auch, bei der Pausen in stressigen Zeiten auf der Strecke bleiben: 56 Prozent der 18 bis 29 Jahre alten Befragten verzichten auf Pausen, wenn der Schreibtisch überquillt, bei den 50 bis 69 Jahre alten Arbeitnehmern sind es 47 Prozent. Dem Ruf der derzeit jungen Generation, eher freizeitorientiert zu sein, widerspricht die Studie also eher. Jungen Arbeitnehmern scheint es aber wichtig, ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten zu können: Jeder Vierte der 19 bis 29 Jahre alten Umfrageteilnehmern verzichtet auf Pausen, um stattdessen lieber früher in den Feierabend gehen zu können. Bei den 50 bis 69 Jahre alten Arbeitnehmern sind es hingegen lediglich 14 Prozent.

          Die Ergebnisse der Studie im Detail

          • 51 Prozent der Arbeitnehmer ist ihr Feierabend heilig. Sie nutzen ihn gezielt, um sich von der Arbeit zu erholen
          • 48 Prozent versuchen genügend Pausen im Job zu machen. Wenn viel zu tun ist, bleibt die Pause jedoch manchmal auf der Strecke. Bei den 18 bis 29 Jahre alten Befragten geben dies 56 Prozent an, während es bei den 50 bis 69 Jahre alten Arbeitnehmern im Vergleich 47 Prozent sind
          • 44 Prozent der Umfrageteilnehmer können in stressigen Phasen auch nach Feierabend nicht abschalten. Bei den jungen Arbeitnehmern (18 bis 29 Jahre) sind es sogar 50 Prozent, bei den älteren (50 bis 69 Jahre) sind es 45 Prozent
          • 40 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, dass sie sich immer Zeit für ihre Pause nehmen
          • 38 Prozent der Deutschen gelingt es leicht, nach der Arbeit abzuschalten
          • 28 Prozent der Befragten geben an, sehr viel zu tun zu haben. Für Pausen bleibe ihnen keine Zeit
          • Nach Feierabend können 26 Prozent der Arbeitnehmer nur schwer abschalten. Ihr Kopf ist voll mit Arbeit
          • 20 Prozent geben an, keine Pausen zu machen. Stattdessen gehen sie lieber früher in den Feierabend. Der jungen Arbeitnehmergeneration ist dies mit 26 Prozent Zustimmung wichtiger, als der älteren, von der mit 14 Prozent angaben, lieber auf eine Pause zu verzichten und dafür früher in de Feierabend zu gehen
          • 17 Prozent der Umfrageteilnehmer haben meist so viel zu tun, dass sie sich abends noch Arbeit mit nach Hause nehmen. Von den 18-29-Jährigen geben dies 19 Prozent an, bei den 50-69-Jährigen sind es lediglich 13 Prozent

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