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IT-Branche : Engpass an Arbeitskräften befürchtet

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Deutsche Unternehmen suchen händeringend nach guten Informationstechnikern. Bild: dapd

Der Branchenverband Bitkom meldet schon jetzt 41.000 unbesetzte Stellen in der IT. Die Branche fürchtet, dass sich dieser Mangel bis 2020 verschärfen wird. Das ist schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit.

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          Die Konkurrenz um die besten IT-Mitarbeiter wird sich in den nächsten fünf Jahren noch verstärken. Laut einer im Auftrag von Robert Half Technology durchgeführten Umfrage unter 200 Führungskräften in der deutschen IT- und Technikbranche gehen zwei Drittel von ihnen von einem Wachstum ihrer Teams bis zum Jahr 2020 um bis zu 30 Prozent aus. Gleichzeitig glaubt mit 47 Prozent ein Großteil der IT-Verantwortlichen, dass es in fünf Jahren schwieriger sein wird als heute, Fachkräfte im Unternehmen zu halten und 51 Prozent fürchten, dass es hart wird, neue Mitarbeiter zu finden.

          Hauptgrund für die erschwerte Mitarbeiterbindung ist laut 73 Prozent der befragten IT-Chefs die stetig steigende Nachfrage nach IT-Profis, die für die Fachkräfte einen Jobwechsel erleichtert. Bei der Neueinstellung von IT-Mitarbeitern sehen 45 Prozent der befragten Führungskräfte die hohen Ansprüche an Gehälter und Zusatzleistungen besonders der jungen Generation, die gerade ins Berufsleben einsteigt, als größte Hürde. Mit 43 Prozent sind fast ebenso viele der Meinung, die Ausbildung der IT-Profis spiegle nicht die Anforderungen des Marktes wider.

          Trotz der Herausforderungen bei der Mitarbeiterfindung und -bindung sind die IT-Chefs für die anstehenden Aufgaben der nächsten fünf Jahre auf größere IT-Teams angewiesen. Hauptgründe für den Bedarf an neuen IT-Mitarbeitern sind eine steigende Anzahl an IT-Projekten oder Projekte mit einem größeren Umfang als bisher. 42 Prozent der Befragten glauben, dass eine hohe Arbeitsbelastung für die Aufstockung der Mitarbeiterzahl verantwortlich ist.

          41.000 unbesetzte Stellen

          Mit 30 Prozent an Zustimmung steht für IT-Verantwortliche ganz oben auf der Prioritätenliste der Projekte, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt sein sollten, die Implementierung der richtigen IT-Infrastruktur, um die Geschäftsführung beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen. Darüber hinaus steht mit 21 Prozent die Garantie der Datenqualität und mit 14 Prozent die Sicherstellung der täglichen Unterstützung durch die IT auf der Liste der IT- und Technikverantwortlichen.

          „Laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom gibt es bereits heute 41.000 unbesetzte IT-Stellen in Deutschland. Doch nur mit den besten IT-Profis können die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben“, schildert Martin Schramm, Vizepräsident bei Robert Half Technology die derzeitige Problematik auf dem Arbeitsmarkt.

          „Unternehmen sollten daher eine Strategie entwickeln, wie sie ihre Top-Mitarbeiter an sich binden können. Aufgrund neuer Technologien, wie Cloud Computing, IT-Security oder Big-Data-Projekte, bekommt die IT einen immer größeren Stellenwert im Unternehmen. Wer diese Herausforderungen mit hervorragend ausgebildeten IT-Profis bewerkstelligen kann, kann sich so von seinen Mitbewerbern absetzen.“

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