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IT-Berufe : Von Wolkenbauern und digitalen Türstehern

Vielversprechende Karriere: Was mit Computern. Bild: Hacker School

Die Digitalisierung verändert die Berufswelt. Irgendwas mit Computern zu machen klingt da nach einer guten Karriereempfehlung. Die Frage ist aber: was genau?

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          Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft mit enormem Tempo. Die traditionellen Geschäftsmodelle fast aller Branchen stehen auf dem Prüfstand, seien es Musikverlage, Zeitungen und Zeitschriften, Handelsunternehmen, Automobilhersteller oder Dienstleister. Viele Berufsbilder stehen angesichts von Big Data und Co. ebenfalls vor einem grundlegenden Wandel oder drohen gar überflüssig zu werden. Wer seinem Nachwuchs heute noch einen guten Rat für die Ausbildung geben möchte, dem kann eigentlich nur eines einfallen: Kind, werd’ Informatiker!

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Kaum ein Unternehmen, dass noch ohne Computerspezialisten auskommt, die Gehälter steigen derzeit kräftig. Doch auch unter den IT-Fachleuten gibt es enorme Unterschiede: Während die einen kräftig am digitalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft mitwirken, sorgen andere mit vergleichsweise routinierten Arbeiten für den Erhalt der Infrastruktur. Wieder andere Berufe werden in Zukunft mit der (Weiter-)Entwicklung neuer Technologien vermutlich große Bedeutung erlangen, die es heute allenfalls in Ansätzen gibt. Und schließlich dürfte die gesamte Entwicklung auch dazu führen, dass der Stellenwert der IT-Abteilung innerhalb eines Unternehmens deutlich steigen wird.

          Bild: F.A.Z.

          Das geht aus einer Umfrage unter mehr als 400 IT-Entscheidern im Auftrag des Personaldienstleisters Hays vor, die der F.A.Z. vorliegt. Nach den künftigen Anforderungsprofilen an die IT-Abteilungen befragt, erwartet immerhin jeder Fünfte, dass „nichts mehr so sein wird wie heute“. Zudem gehen weitere fast 50 Prozent davon aus, dass es sehr viele Veränderungen geben wird. Als die größten Treiber der Veränderungen werden vor allem technische Innovationen erkannt wie das Auslagern von Daten (Cloud Computing), das Sammeln großer Datenmengen (Big Data) und die Vernetzung der Produktion (Industrie 4.0). Politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen spielen eher untergeordnete Rollen.

          Sicherheitsspezialisten werden Mangelware

          Daraus ergeben sich auch veränderte Bedarfe an Qualifikationen. Jeder zweite Befragte geht davon aus, dass es in Zukunft eine große Herausforderung sein wird, IT-Sicherheitsspezialisten zu finden. Diese digitalen Türsteher sollen das eigene Unternehmen und seine Daten gegen Hacker-Attacken von außen absichern. Fast genauso hoch wird die künftige Nachfrage nach Cloud-Architekten eingeschätzt. Diese Wolkenbauer sind von entscheidender Bedeutung, weil sie die unternehmerischen Anforderungen und Strategien in eine IT-Architektur übertragen und deren Umsetzung vorantreiben müssen. Auch Data-Scientisten, die aus Unmengen von gesammelten Daten die ökonomisch verwertbaren Erkenntnisse ziehen, gewinnen an Bedeutung. Deshalb könnte sich auch für „Effizienzberater für Datenreduzierung“ ein relevanter Markt herausbilden.

          „Die neuen Berufsbilder wie Cloud-Architekt oder Datenanalyst kombinieren das IT-Wissen um die Erhebung von Daten mit dem Know-how über das Geschäft und dessen Prozesse“, erklärt Christoph Niewerth, Vorstand von Hays, den erhofften Wert der neuen Berufsbilder. Dagegen gehen die Befragten davon aus, dass bei traditionellen Dienstleistungen wie Service-Technik oder Beratung keine Engpässe entstehen werden. Auch geht dabei nur knapp jeder Sechste von Schwierigkeiten aus, SAP-Berater zu finden.

          Ein weiterer fundamentaler Einschnitt wäre die erwartete Auflösung der klassischen IT-Abteilung und deren Integration in die Fachbereiche. „So wird das IT-Wissen nicht mehr allein im IT-Bereich liegen, sondern noch viel stärker als bisher in die Fachabteilungen wandern, die selbst entscheiden, wie sie IT nutzen, um Mehrwert für ihr Unternehmen zu generieren“, sagt Christoph Niewerth. Dadurch steige die Selbstverantwortung für das eigene Tun. Das sehen die Befragten ähnlich: Während nicht einmal jeder Fünfte der Meinung ist, dass die IT heute schon ein strategisches Mittel zur Transformation und Umgestaltung ist, glaubt immerhin jeder Zweite, dass dies im Jahr 2020 der Fall sein wird.

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