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Mobilitätsdienstleister : Mobil mit dem Smartphone

  • -Aktualisiert am

Bild: Cyprian Koscielniak

Das eigene Auto ist kein Muss mehr. Im Internet findet sich Ersatz - von der Mitfahrgelegenheit bis zum Leihwagen. Oft entwickeln junge Ingenieure solche Konzepte und werden zu Unternehmern.

          5 Min.

          Sie tragen Namen wie „Autonetzer“, „Car2gether“, „Flinc“, „DriveNow“ „carpooling.com“, „MeinAuto.de“ „Getaround“, „Multicity“, „Nachbarschaftsauto“, „Open Ride“ oder „Tamyca“. Eine ganze Welle neuer Mobilitätsdienstleister, oft von jungen Leuten gegründet, macht von sich reden. Ob Carsharing, Kurzzeitmiete, Mitfahrgelegenheit oder Neuwagenverkauf: Die Geschäftsmodelle funktionieren fast immer mit Hilfe des Internets und über Smartphones. Die grundlegende Idee ist meist dieselbe: Wer gelegentlich ein Auto nutzen will, muss dafür nicht mehr unbedingt eines besitzen.

          Früher waren Carsharing und Mitfahrzentralen etwas für vermeintlich freudlose Ökos. Tage im voraus musste sich anmelden, wer eine Fahrt unternehmen wollte, und hoffen, dass es klappt. Heute läuft die Anmeldung fast vollständig spontan über Smartphone und App-Technik. Die Zahl der Nutzer von Carsharing-Angeboten ist laut deutschem Branchenverband allein in den beiden zurückliegenden Jahren um jeweils 30000 auf jetzt 220.000 Personen gewachsen. Entsprechend viele Leute werden von den Mobilitätsdienstleistern eingestellt.

          Beispiel Carpooling

          Zum Beispiel bei der Mitfahrzentrale „carpooling.com“. Dort arbeitet seit kurzem Holger Haslbeck. Der erfahrene IT-Ingenieur und diplomierte Informatiker hat seine Karriere Anfang der neunziger Jahre als Softwareentwickler in der Autoindustrie begonnen, wechselte später in die Internetbranche und in die boomende Computerspielbranche. Seit Juni dieses Jahres arbeitet er für Carpooling. Das Münchener Unternehmen betreibt unter anderem die Internetseite „mitfahrgelegenheit.de“ und ist europäischer Marktführer in der Vermittlung von Fahrgemeinschaften.

          Im Juli beteiligte sich sogar der Autokonzern Daimler an der stark wachsenden Firma. Demnächst ist der Start einer Carpooling-Plattform in den Vereinigten Staaten geplant. Haslbeck leitet die Planung neuer Produkte, führt Entwicklungsprozesse ein und vermittelt zwischen Produktmanagement und Softwareentwicklern. Stefan Weber, einer der drei Gründer von Carpooling und ein ehemaliger Kollege von Haslbeck bei Yahoo, holte ihn zu dem Mitfahrnetzwerk. „Mobilität ist ein wichtiges Zukunftsthema, aber nicht jeder Mensch wird ein eigenes Auto besitzen. Wir machen es Autofahrern sehr leicht, über Internet oder Smartphone freie Plätze in ihrem Wagen zu füllen“, beschreibt Haslbeck seine Motivation. Das sei auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Man könne in einem kleinen Unternehmen wie Carpooling viel bewegen. „Das macht Spaß.“

          Noch arbeiten erst 40 Beschäftigte im Münchner Büro von Carpooling. Das Unternehmen hat aber schon zusätzliche Stellen für IT-Ingenieure und Software-Entwickler ausgeschrieben. Neben der Aussicht, in einer Wachstumsbranche zu arbeiten, winkt ein überdurchschnittliches Gehalt.

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