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Digital-Berufe bei MAN : Brummi-Bauer sucht Nerds

Die ersten beiden voll elektrisch angetriebenen Lastwagen stellte MAN 2017 in München vor. (Archivfoto) Bild: Marco Reufzaat

In Zeiten von künstlicher Intelligenz und Blockchain genügt Ingenieurskunst allein in der Nutzfahrzeugbranche nicht mehr. Wie das Traditionsunternehmen MAN auf die digitalen Herausforderungen reagiert.

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          Wer denkt an Data Scientists, Scrum-Master und Software-Ingenieure, wenn es um den Bau von Lastwagen und Bussen geht? Mittlerweile tatsächlich beinahe die ganze Branche. Die Münchner MAN Truck & Bus (MTB) etwa steht vor riesigen Umbrüchen. Entsprechend rasant ändern sich die Anforderungen an die Mitarbeiter: E-Mobilität, autonomes Fahren und Vernetzung von Logistik-Dienstleistungen auf Softwareplattformen sind genauso wichtig wie die Entwicklung von Verbrennungsmotoren.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Bis vor kurzem sind agile Methoden, die in der Software-Entwicklung schon länger genutzt werden, in der Nutzfahrzeugbranche undenkbar gewesen. Mittlerweile kommt es aber auch dort vor, dass sich Teams ohne Projektleiter selbst organisieren; ein Moderator bildet das Bindeglied zwischen verschiedenen Funktionen (Scrum-Master).

          Beispiel MAN: „Wir suchen Personal in Feldern, die einem 260 Jahre alten Traditionsunternehmen nicht unbedingt zugetraut werden“, sagt Dietmar Klein, Leiter des Kompetenzzentrums HR. „Bei MAN denkt man an klassische Produkte wie den Dieselantrieb, vielleicht auch an E-Mobilität und autonomes Fahren, aber an neue digitale Geschäftsfelder und Blockchain-Technologie?“

          MAN wirbt deshalb nicht nur um die Maschinenbauer oder Elektrotechniker von den renommierten Universitäten RWTH Aachen oder TU München, sondern auch um Absolventen für die neuen Herausforderungen. Spezielle Studiengänge für E-Mobilität, Robotics, regenerative Energien oder Künstliche Intelligenz haben sich etabliert.

          Dabei müssen es nach dem Geschmack der Personalmanager gar nicht Abschlüsse an Hoch- oder Fachhochschulen sein. Seiteneinsteiger haben genauso Chancen, wenn sie in einem Start-up dabei gewesen sind oder sich Raffinessen im Silicon Valley angeeignet haben. „Die Anforderungsprofile verschieben sich hin zu ,Techie-Themen‘, für die die Googles, Facebooks und Amazon eigentlich stehen“, sagt Klein, der aber betont: „Doch das Bekannte verschwindet nicht, denn bewährtes Wissen wird auf Jahre gefragt sein, da langfristig auch der Verbrennungsmotor Potential haben wird.“

          Rund 3500 Ingenieure beschäftigt MAN in Forschung und Entwicklung, Produktion, Beschaffung und Vertrieb. Jährlich fangen 150 an, davon 50 bis 60 in Deutschland. Angeheuert wird nicht nur klassisch über Bewerbungen, sondern auch über Hackathons. Oder Experten fischen einfach nach Kandidaten in sozialen Medien. „Natürlich spielen die in Großunternehmen üblichen Zusatzleistungen auch eine Rolle, wir werben aber nicht mehr damit“, sagt Klein.

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