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Kolumne „Nine to five“ : Kollegen aus Blech

Entzückend, wie nett er den Kaffee serviert, der drollige Blechkollege! Bild: AFP

Es klingt zu verlockend: Morgens kocht ein drolliger Roboter Kaffee und übernimmt die Ablage. Sein Kollege kümmert sich um den Telefondienst. Das Arbeitsleben der Zukunft ist schön! Die Kollegen aus Fleisch und Blut braucht doch keiner. Meistens.

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          Sie parken uns das Auto rückwärts ein, schalten das Licht aus, wenn wir das Haus verlassen und die Heizung rechtzeitig ein, bevor wir wieder zurückkommen. Sie heben uns schwere Gegenstände mühelos von A nach B, nur um die Generation Rücken von ihrer größten Last zu befreien: Moderne Maschinen und vernetzte Computer machen uns das Leben einfacher in immer mehr Bereichen. Wurden die Tüfteleien fleißiger Ingenieure lange Zeit als drollige Science-Fiction-Geschöpfe wahrgenommen, scheinen die neuen Arbeitskollegen aus Blech und Platinen mittlerweile buchstäblich vor der Bürotür zu stehen.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Es klingt ja auch zu verlockend: Kaum hat man morgens den Arbeitsplatz erreicht, stehen die Roboter schon parat. Nie zu spät und schlecht gelaunt wie ihre Vorgänger aus Fleisch und Blut, auch mangelnde Körperhygiene ist kein Thema mehr. Während ein drolliger Kalfaktor vom Typus des legendären Weltraumdroiden R2-D2 Standardaufgaben wie Kaffeekochen und -servieren und die Ablage übernimmt, kümmert sich sein Kollege mit dem aparten, natürlich geschlechtsneutralen humanoiden Antlitz um den Telefondienst, die Terminplanung und die Skype-Schalte mit Amerika. Ach, das (Arbeits-)Leben ist schön!

          In der Kaffeeküche wird es ganz schön öde

          Schwierig werden allerdings die Kreativmeetings. Am Konferenztisch mit der einsilbigen Chip-Fraktion vermisst man dann doch zuweilen den muffigen Schröder aus dem dritten Stock, dessen beißende Kritik so manchen Flop verhindert hat. Oder Frau Gärtner mit ihren zahllosen Ideen, von denen im Durchschnitt immerhin jede zehnte verwertbar und dann auch überaus erfolgreich war.

          Und was ist überhaupt mit der kleinen Lästerei in der Kaffeeküche, der Aufarbeitung des Bundesliga-Spieltags am Montagmorgen und dem Teambuilding beim Feierabendbier? Hier schweigt der Club der Roboter. Liebe Ingenieure, es gibt noch viel zu tun.

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