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Vier Ingenieure im Gespräch : Von der schnellen Truppe

Andy Cowell – Zündendes für die Formel 1

Hinter dem größten Spektakel in der Welt des schnellen Sports steckt harte Arbeit. Die Formel 1 lebt nicht nur von ihren beiden Fahrern je Team, sondern vor allem von der Mannschaft in der Garage, besser: im Labor. Denn ein Formel-1-Werk ist Hightech pur. Andy Cowell ist der Herr über die Motoren des Rennstalls von Mercedes-Benz. Er sagt von sich, er sei der glücklichste Mensch, weil er sein Hobby zum Beruf machen konnte.

Andy Cowell, Ingenieur für die Formel-1-Wagen von Mercedes-Benz.

„Ich habe nie gedacht, dass ich einen Job im Motorsport kriegen werde“, bekennt Cowell, der 1969 im britischen Blackpool geboren wurde. Über seinen motorsportbegeisterten Vater sei er in die Szene gekommen, habe bei Cosworth Racing angeheuert, heute wacht der studierte Ingenieur über 600 Teammitglieder, die an der „Power Unit“ tüfteln; darunter sind 46 Frauen. 900 weitere Personen kümmern sich um die Rennwagen an sich und die Organisation rund um das Team.

Wer dazugehören möchte, sollte während der Hochschulzeit an Studentenrennen teilnehmen, empfiehlt er und beobachtet die Formula-Student-Szene selbst genau. Die Chancen stünden recht gut, es gebe wegen der Professionalisierung mehr Arbeitsplätze im Motorsport als noch vor 25 Jahren. Praktische Erfahrung hält er für unerlässlich: „Was es für ein Rennen braucht, kann man nicht allein im Vorlesungssaal lernen“, sagt Cowell. Wer mit Hochschulabschluss anfängt, durchläuft zwei Jahre Training in allen Bereichen. Auch Interessierte, die nicht an die Universität wollen oder können, haben Möglichkeiten. „Die kommen mit 18 Jahren zu uns und bekommen eine vierjährige theoretische und praktische Ausbildung.“

Marco Sairu – Motorradrennen in Rot

Ob er Motorrad fahren könne, lautete die erste Frage im Vorstellungsgespräch. So sind sie bei Ducati: große Marke, kleines Unternehmen mit 1236 Beschäftigten in Bologna, von denen viele leidenschaftlich gern Motorrad fahren. Die Leute aus der Führungsebene sowieso. „Man muss nicht unbedingt ein guter Motorradfahrer sein, um für Ducati zu arbeiten“, sagt Marco Sairu, „aber es hilft. Man versteht besser, worum es geht.“

Als Leiter des Projekt-Managements muss er eine genaue Vorstellung davon haben, worum es geht, und vor allem, worum es in Zukunft gehen wird. Sairu, Maschinenbau-Ingenieur und in gewisser Weise auch Hellseher, beschäftigt sich mit fünf Jahre und mehr voraus liegenden Projekten, ist verantwortlich für die Langzeitplanung und knüpft somit die Fäden zwischen Forschung und Entwicklung, Design, Einkauf, Produktion und Marketing. Kosten, Qualität, Produkte, Zeitpläne – alles geht über seinen Tisch.

Marco Sairu, Leiter des Projekt-Managements bei Ducati.

Weil er davon träumte, Fahrzeuge zu entwickeln, zog Sairu als junger Mann vom heimischen Udine ins „Motor Valley“. Das ist die für ihre Ballung von Unternehmen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie bekannte, für Namen wie Lamborghini, Ferrari, Maserati und eben Ducati berühmte Region um Bologna und Modena. „Dort bekommt man die Kontakte, die man braucht“, sagt Sairu, heute 47 Jahre alt, im Rückblick.

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