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Autoingenieure : Mit dem Tablet an der Motorhaube

Treffpunkt Automobil: Bei Audi kommen sich neue und herkömmliche Technik näher. Bild: Tobias Schmitt

Ingenieurskunst und IT verschmelzen bei den Autobauern mehr und mehr. Vor allem die Vernetzung und das autonome Fahren stellen Ingenieure vor ganz neue Herausforderungen.

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          Ingenieure braucht das Land immer. Die Automobilindustrie sowieso. Und sie gilt unter den Absolventen als erste Adresse. Für viele ist nichts schöner, als ein Fahrzeug zu entwickeln, das hernach jahrelang auf der Straße zu sehen ist. Dass die Arbeit im Hintergrund manchmal monoton ist, dass über Monate an einem Detail gefeilt wird und der Alltag wenig mit dem Glanz der Messen wie der kürzlich zuende gegangenen IAA in Frankfurt zu tun hat, schreckt wenig. Die Herausforderung ständiger Innovation lockt. Gerade erst hat Bundeskanzlerin Angela Merkel noch mal deutlich gemacht, wie bedeutend die Industrie ist. Rund ein Drittel aller Entwicklungsausgaben in Deutschland tätigt allein die Automobilindustrie. „90.000 kluge Köpfe arbeiten in Forschung und Entwicklung“, sagte sie vor einer Woche zur Eröffnung der weltweit bedeutendsten Automesse. Doch welche Chancen stecken wirklich in diesem Beruf? Wie verändern sich die Anforderungen? Was bringen Vernetzung und autonomes Fahren mit sich? Und wie fügen sich Frauen in diesen von Männern dominierten Berufszweig ein?

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die Personal- und Entwicklungschefs der deutschen Hersteller sind sich weitgehend einig: Die Autoindustrie erlebt einen rasanten Wandel. Daimler spricht gar davon, das Auto werde gerade neu erfunden. Allerorten stellt der Megatrend Digitalisierung die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. „Von Ingenieuren fordert die Digitalisierung eine ganz neue Denkweise. Nehmen wir als Beispiel die Entwicklung eines neuen Autos: Diese endet längst nicht mehr mit der Produktion, sondern umfasst den gesamten Lebenszyklus. Und geht sogar noch darüber hinaus. So gibt es mittlerweile zahlreiche digitale Entertainment-, Service- oder auch Vertriebssysteme, die wir für und um das Auto herum entwickeln. Das bringt eine intensive Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der IT und aus dem Vertrieb mit sich“, heißt es von Audi.

          Aber damit nicht genug: „Wir integrieren immer mehr Informationstechnologie, entwickeln neue und umweltschonende Antriebe mit Batterie oder Brennstoffzelle, sorgen mit Assistenzsystemen für mehr Sicherheit und arbeiten am autonomen Fahren. Das sind spannende Aufgaben, und das alles passiert in einem rasanten Tempo“, sagt Mercedes-Benz. Und weiter: „Wir sehen, dass Informationstechnologie und Ingenieurkunst im Automobilbau verschmelzen. Deshalb brauchen wir immer öfter beide Kompetenzen. Die fachübergreifende Arbeit wird zunehmen und die Ingenieure der Zukunft werden noch stärker interdisziplinär denken und handeln müssen. Das wird weitere Technologiesprünge ermöglichen. Im Studium sind neue Fächerkombinationen sinnvoll, etwa Maschinenbau mit Informatik.“ BMW unterstreicht diese Sicht: „Angehende Ingenieure sollten mehr denn je schon im Studium über den Tellerrand hinaussehen und ein Verständnis dafür entwickeln, was andere an der Fahrzeugentwicklung beteiligte Fachrichtungen tun. Es muss dafür nicht gleich ein Doppelstudium sein, aber Aufgeschlossenheit und Interesse sind gefragt, gern untermauert durch ein Praktikum.“

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