https://www.faz.net/-gyl-9eox7

Schreibtisch-Aufsätze im Test : Ein Stehpult für wenig Geld

  • -Aktualisiert am

Beim Verstellen fällt auf, dass die Hebel an den Seiten schwergängig sind und unsanft in die nur acht Höhenstufen einrasten. Der Schreibtischaufsatz lässt sich auch nicht so hoch einstellen wie das Produkt von Bakker Elkhuizen – ein Problem für große Menschen. In höchster Position ragt die Arbeitsfläche zudem über die vordere Kante des Basisschreibtisches hinaus. Wer sich darauf abstützt, läuft Gefahr, dass er den Aufsatz aus dem Gleichgewicht bringt und ihm der Monitor ins Gesicht rutscht. Trotzdem: Auch der Aufsatz von Homcom ist dank des Gewichts von mehr als 20 Kilogramm äußerst robust, so dass der ungeschickte Kollege dagegenlaufen kann, ohne dass der Kaffeebecher sofort umkippt.

Wackliges Leichtgewicht

Wesentlich wackeliger ist der Schreibtischaufsatz von Amazon Basics. Anders als die Konkurrenten lässt sich das Modell zwar stufenlos verstellen. Allerdings gibt die Federung etwas nach, obwohl sie eigentlich fest sein sollte. Wenn der Schreibtischaufsatz nicht voll ausgefahren ist, wackelt die Arbeitsplatte, sobald man nur die Hände darauf ablegt. Das Amazon-Modell trägt von allen getesteten Schreibtischaufsätzen das geringste Gewicht – laut Hersteller maximal neun Kilogramm.

Ein gewöhnlicher Monitor allein kann aber schon mal sechs Kilogramm schwer sein. Ein zweiter Monitor würde zwar daneben passen, könnte den Schreibtischaufsatz aber überfordern. Experte Daniel Przybilla kritisiert außerdem, dass Monitor und Tastatur bei dieser Lösung auf gleicher Höhe stehen. So ist entweder die Tastatur zu hoch oder der Monitor zu niedrig eingestellt. Je nach Situation laufen Büroarbeiter Gefahr, sich auf Dauer wahlweise den Nacken oder die Handgelenke zu ruinieren.

Zum Ausprobieren: Aufsatz aus Pappboxen

Einen anderen Ansatz hat das Unternehmen Room in a Box mit seinem MonKey Desk. Es liefert statt einer höhenverstellbaren Arbeitsfläche zwei starre Pappboxen: Eine etwas niedrigere für Tastatur und Maus und eine höhere für Monitor oder Laptop. Die Pappboxen kommen gefaltet an und lassen sich deswegen gut transportieren. Der Aufbau ist leichter, als einen Umzugskarton zusammenzustecken. Auf den ersten Blick wirken die Kartons nicht so, als sollte man darauf teure Elektronik balancieren. Doch im Test zeigen sie sich erstaunlich tragfähig und halten das Gewicht der Technik locker. Allerdings ist die Ablagefläche so klein, dass kein zweiter Monitor darauf passt. Die hohe Belastbarkeit lässt sich also nicht ausnutzen.

Es gibt die Boxen zwar in zwei unterschiedlichen Höhenstufen, so dass große und kleine Personen bequem daran stehen können. Die fixe Höhe ist aber der große Nachteil. Während der Arbeit am Computer lässt sich nicht zwischen Stehen und Sitzen wechseln, ohne die Pappkartons auf- und wieder abzubauen. Der Preis von 45,90 Euro wirkt für die zwei Pappkartons etwas teuer. Im Internet finden sich einige Bastelanleitungen für starre Schreibtischaufsätze, die man sich mit günstigen Ikea-Möbeln und etwas Geschick für weniger Geld zimmern kann.

Im Test schneidet das Modell von Bakker Elkhuizen dank großer Arbeitsfläche, stabiler Bauweise und genug Höhenstufen am besten ab. Aber auch die Pappboxen für ein Sechstel des Preises erlauben, das Arbeiten im Stehen zumindest einmal auszuprobieren. Wer den heimischen Schreibtisch nicht oft benutzt und am Abend nur ein paar E-Mails im Stehen verschickt, ist damit allemal gut beraten.

Bild: F.A.Z.

Weitere Themen

Topmeldungen

Hildburghausen in Thüringen

Corona in Ostdeutschland : Hildburghausen schließt sich ein

Lange gab es im Osten kaum Corona-Fälle, doch nun häufen sich dort die Infektionen. Ausgerechnet während des „Lockdown light“ steigen die Zahlen teils dramatisch. Einen Landkreis in Thüringen trifft die Pandemie besonders stark.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.