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Arbeiten in der Pandemie : Wie viel Privates verträgt die Arbeit im Homeoffice?

Videokonferenz im Homeoffice: Kind, Hund und Abwasch im Bild Hintergrund - das macht es menschlicher, kann aber auch unprofessionell wirken. Bild: dpa

In der Krise werden die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatwelt durchlässiger denn je. Die Gerüchteküche wird dadurch angeheizt und nicht alle wissen, wann es besser wäre, lieber mal den Mund zu halten.

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          Die Katze ist krank, die Oma dement, das Homeschooling der Kinder anstrengend: Private Gespräche tun gut und sind ein wichtiger Aspekt der persönlichen Bindung zum Arbeitsplatz. Doch die Corona-Krisenzeit bietet viel mehr Einblicke in Privates, als wir es gewöhnt sind. Das beginnt bei Schwenks in Küchenbüros und hört bei indiskreten Diskussionen, wer Vorerkrankungen mit sich herumträgt, nicht auf. Aber wie viel Privates verträgt die Arbeit in der Pandemie? Und ganz generell?

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          „Darauf gibt es keine Standardantwort. Es kommt stark drauf an, in was für einer Firmenkultur man steht“, sagt Karsten Drath, Unternehmensberater aus Frankfurt. „In einem Start-up ist es kein Problem, zur Videokonferenz im Hoody zu erscheinen, hinten Kind, Hund und Abwasch im Bild, das macht es menschlicher. Keiner hat die perfekte, klinische Büroausstattung. Wir müssen zusammen da durch, das stärkt das Wir-Gefühl. Grabenkämpfe werden beiseitegeschoben.“ In seinem Managementteam gebe es ein virtuelles Stand-up, eine halbe Stunde einwählen ohne starre Agenda. „Das ist nach diesen Wochen ein stabilisierender Faktor geworden, eine große Teambuilding-Maßnahme. Wir wissen voneinander, dass auch Angehörige gestorben sind.“ In Konzernen könne dies allerdings anders aussehen. „Ist die Unternehmenskultur eher toxisch gelagert, belastet Privatheit das Ganze zusätzlich.“

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