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Heimarbeit : Wenn die Wohnung zum Büro wird

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Das Büro zu Hause - praktisch! Es birgt aber auch die Gefahr der Selbstausbeutung. Bild: Picture-Alliance

Immer mehr Menschen arbeiten vom heimischen Schreib- oder Wohnzimmertisch aus. Das hat aber nicht nur positive Seiten.

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          Es muss nicht immer das Büro sein: Unternehmen setzen verstärkt auf mobiles Arbeiten ihrer Beschäftigten beispielsweise im Home-Office. Trotzdem bleibt es im deutschlandweiten Durchschnitt noch immer die Ausnahme, statt die Regel. Flexible Modelle für Arbeitszeit und -ort können allerdings dabei helfen, dringend gesuchte Fachkräfte zu finden.

          Beim Chemieriesen BASF beispielsweise ist mobiles Arbeiten längst ein großes Thema - zusätzliche Relevanz bringt gerade die schwierige Verkehrslage in Ludwigshafen mit seinen maroden Hochstraßen. „Durch die in Ludwigshafen und Umgebung geplanten Straßenbaumaßnahmen, aber auch um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, ist das Thema am BASF-Standort Ludwigshafen vermehrt in den Fokus gerückt“, heißt es.

          Instrumente für flexibles, mobiles Arbeiten erlaubten es, Hauptverkehrszeiten zu meiden. 2019 startete BASF ein Pilotprojekt mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Acht Einheiten wurden ausgeguckt, die mobiles Arbeiten im Team erproben, das wird wissenschaftlich begleitet. Um trotzdem betriebliche Abläufe zu gewährleisten, seien Absprachen im Team und ein „verantwortungsvoller Umgang mit den Kommunikationsmedien“ nötig.

          Zielvereinbarungen statt Anwesenheit

          Beim Getränkehersteller Eckes-Granini in Nieder-Olm bei Mainz sagt ein Sprecher, Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Mitarbeiter seien die jeweils vereinbarten Ziele, nicht die Anwesenheit des Mitarbeiters. Von den Beschäftigten aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet hätten viele stressige und lange Anfahrtswege. Wenn sich die vermeiden ließen, trage das zu weniger persönlicher Belastung und „zur Verbesserung des ökologischen Fussabdrucks“ bei.

          Gerade für junge Menschen sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema, sagt Ulf Rinne vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn. Viele sprächen Home-Office-Regelungen offensiv in Bewerbungsgesprächen an. Möglich sei das aber nicht überall. Schwierig werde es in der Transport- und Logistikbranche, im verarbeitenden Gewerbe und in großen Teilen des Dienstleistungssektors, wo direkter Kundenkontakt bestehe, sowie in sozialen Berufen, sagt Rinne. Auch in der Produktion stößt das Home-Office an Grenzen, wie der Spezialglashersteller Schott in Mainz berichtet. Anwesenheit im Betrieb sei da zwingend erforderlich.

          Rinne sieht auch Risiken beim Home-Office. Die „Entgrenzung“ von Arbeit und Privatleben könne mehr Stress bringen, verlange Mitarbeitern mehr Selbstorganisation ab. Für Unternehmen sei die Koordination herausfordernd. Noch werde mit Home-Office-Regelungen viel experimentiert. „Da gibt es ein bisschen Trial-and-Error.“

          „Selbstgefährdung“ verhindern

          Der rheinland-pfälzische Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dietmar Muscheid, sieht offene Fragen bei der Gestaltung. „Es darf nicht jedem einzelnen Unternehmen überlassen werden, Regelungen zu treffen.“ Um eine „Selbstgefährdung“ zu verhindern, müsse Arbeit an selbstgewählten Arbeitsorten zwingend mit einem Ordnungsrahmen verbunden werden. Es gehe darum, Überlastung, unbezahlte Mehrarbeit und permanente Erreichbarkeit zu vermeiden.

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