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Headhunter Heiner Thorborg : „Eine Frauenquote ist unsinnig“

  • -Aktualisiert am

Heiner Thorborg hält eine Frauenquote für Vorstände für unsinnig. Bild: Helmut Fricke

Familienministerin Franziska Giffey will die Frauenquote für Vorstände. Ein Headhunter und früherer Frauenförderer hält dagegen: Durch eine Quote würden unqualifizierte Frauen befördert.

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          Was für Aufsichtsräte gilt, soll bald auch für den Vorstand gelten: Schluss mit den Männerclubs, kein Führungsgremium mehr ohne Frau! Eine Quote muss her. Familienministerin Franziska Giffey hat den entsprechenden Gesetzentwurf schon im Kanzleramt abgeliefert. „Wir wollen das dieses Jahr hinbekommen“, kündigt die SPD-Politikerin an.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mindestens eine Frau soll demnächst im Vorstand jedes Unternehmens sitzen, das mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Vorbild ist die Regel für Aufsichtsräte, wo der Frauenanteil seit 2016 mindestens 30 Prozent betragen muss. Das führte zu einer immens steigenden Nachfrage nach Kandidatinnen, aber auch zu manch unglücklicher Besetzung, berichtet Heiner Thorborg, einer der Altmeister unter den Headhuntern und früher Frauenförderer.

          Ausgerechnet der Gründer des Frauennetzwerkes „Generation CEO“ wendet sich daher strikt gegen Giffeys Pläne: „Eine Frauenquote ist unsinnig. Dadurch werden reihenweise nicht ausreichend qualifizierte Frauen nach oben befördert, wie schon bei der Quote für Aufsichtsräte.“ Dies sei „für alle kontraproduktiv“ und schade vor allem der Sache der Frauen selbst.

          Er prophezeit, dass das Personalressort künftig von Frauen dominiert werde: „Für Männer wird in dem Bereich nichts mehr zu holen sein.“ Die Konzerne sind seiner Meinung nach allerdings mitschuldig an der Entwicklung: „Wer als Ziel für den Frauenanteil Null angibt, wie 70 Prozent der betroffenen Unternehmen, darf sich nicht wundern, wenn ihm irgendwann eine Quote vorgesetzt wird. Wer sich dem konstruktiven Dialog mit der Politik verweigert, provoziert die Keule des Gesetzes.“

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