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Einspruch exklusiv : Eine halbe Homeoffice-Pflicht ist widersinnig

  • -Aktualisiert am

Homeoffice (Symbolbild) Bild: dpa

Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, ihren Angestellten Homeoffice zu ermöglichen – diese sollen aber ablehnen können. Das läuft dem Sinn der Pandemiebekämpfung zuwider und passt nicht ins Arbeitsschutz(straf)recht. Ein Gastbeitrag.

          4 Min.

          Die Sars-Cov-2-Pandemie beschleunigt eine Vielzahl gesellschaftlicher Entwicklungen, darunter die Arbeit im Homeoffice. Im Frühjahr und Sommer schickten Unternehmen und Behörden ganze Abteilungen nach Hause, um ihre Mitarbeiter vor der ersten Ausbreitungswelle des Corona-Virus zu schützen und ihre Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Zeitweise arbeiteten ein Drittel aller Beschäftigten in der eigenen Küche, dem Wohn- oder Schlafzimmer. Die überwiegend positiven Erfahrungen veranlassten Bundesarbeitsminister Hubertus Heil im Herbst 2020 dazu, die Debatte um das Homeoffice von dem konkreten Anlass, der Pandemie, zu lösen und ein allgemeines Recht auf mobiles Arbeiten vorzuschlagen. Arbeitnehmer sollten nach seinen ursprünglichen Vorstellungen einen Anspruch auf 24 Home-Office-Tage haben.

          Nach Kritik des Koalitionspartners sieht der (bislang unveröffentlichte) Entwurf nur noch eine Art „prozedurale Regulierung“ vor: Danach sollen Arbeitgeber auf das von Beschäftigten geäußerte Verlangen nach mobiler Arbeit eingehen müssen. Lehnt der Arbeitgeber diesen Wunsch ab, soll er die Ablehnung innerhalb von zwei Monaten schriftlich begründen. Gesetz geworden ist der Entwurf bislang nicht.

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