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Corona als Chance : Hacker im Homeoffice

Homeoffice geht auch an der frischen Luft. Bild: dpa

Internetbetrüger versuchen die Pandemie auf verschiedenste Weise auszunutzen. Dass viele Arbeitnehmer gerade im Homeoffice sind, kommt ihnen zugute.

          2 Min.

          Internetkriminellen bietet die Corona-Pandemie eine Vielzahl neuer „Geschäftsmöglichkeiten“. Unsicherheit allenthalben spielt ihnen schließlich in die Karten. So trudelten während des Shutdowns alle naselang mal besser, mal schlechter gemachte Spam-E-Mails mit Angeboten für vermeintliche Corona-Wundermittel oder besonders günstige Masken ein.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Deutlich geschickter gingen da die Schöpfer einer gefälschten Sparkassen-E-Mail vor, in welcher der Empfänger gebeten wird, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse durchzugeben – man wolle ja trotz geschlossener Filialen weiterhin für seine „Kunden“ bestmöglich da sein. Selbst die Weltkarte, mittels der die Forscher der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität die Ausbreitung der Pandemie dokumentieren, haben Kriminelle kurzerhand kopiert. Über die „neue“ Karte wird der Computer dann mit Schadsoftware angegriffen.

          Mehr Klicks auf Phishing-Mails

          Dass viele Unternehmen im Zuge der Krise oftmals ohne große Vorbereitung ins Homeoffice gewechselt sind, kommt den Kriminellen besonders zugute. Ein ganz banales Problem ist schon der Wegfall des Flurfunks, über den Warnungen über heimtückische Mails oft verbreitet werden. Bis zu dreimal häufiger klickten Mitarbeiter auf Phishing-Mails, wenn sie nicht im Büro, sondern zu Hause sitzen, sagte Markus Schaffrin vom Internetwirtschaftsverband Eco kürzlich der F.A.Z.

          Im unglücklichsten Fall gelangen so Hacker über den heimischen Rechner ins Unternehmensnetzwerk. Unzureichend gesicherte Privat-PCs oder Laptops stellen ein erhebliches Risiko dar. Offensichtlich wollen sich Kriminelle diese günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die britische Tageszeitung „Guardian“ berichtet etwa unter Berufung auf das IT-Sicherheitsunternehmen Darktrace von einem sprunghaften Anstieg potentiell gefährlicher Mails im Zuge der Corona-Krise.

          Digitale Infrastruktur noch wichtiger

          Auch gefälschte Anmeldeseiten für den derzeit vielfach genutzten Videokonferenz-Dienst Zoom sind Darktrace zufolge ein beliebtes Mittel, um Nutzerdaten abzugreifen. Bei Zoom und Co sollte man zudem darauf achten, dass nur die Teilnehmer dabei sind, die auch eingeladen wurden (Stichwort „Zoom-Bombing“).

          Generell sind Unternehmen in der Krise mehr denn je von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur abhängig. Das macht sie für Hacker erst recht zum attraktiven Ziel. Ein gutes Beispiel war der Angriff auf den Essenslieferdienst Lieferando Ende März. Dessen Dienste waren gerade zu Beginn der Krise sehr gefragt – ein ideales Erpressungsopfer also.

          Letztlich hilft im Büro oder am heimischen Schreibtisch vor allem ein gutes Konzept von Seiten des Arbeitgebers und eben eine Extraportion Vorsicht. Die ist derzeit ja grundsätzlich von Vorteil.

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