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Gastbeitrag : Frauen, versteckt euch!

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Geschätzt, aber nicht respektiert

Frauen können nicht gewinnen. Wenn sie dem weiblichen Stereotyp von Pflege und Sorge für andere entsprechen, werden sie geschätzt, aber nicht respektiert. Dutzende von Studien zeigen, dass Frauen zwischen Kompetenz und Liebenswürdigkeit wählen müssen. Frauen in typisch männlichen Bereichen müssen an jeder entscheidenden Wegmarke Rückschläge einstecken: bei der Einstellung, bei der Bezahlung und bei der Beförderung. Die Psychologie erklärt diese negativen Reaktionen damit, dass unsere stereotypen Wahrnehmungen, wie Frauen sind oder sein sollten (ihre Geschlechterrollen), und die Eigenschaften, die wir für nötig halten, um einen typisch männlichen Job auszufüllen, auseinanderklaffen. Wenn Frauen wie Heidi zeigen, dass sie einem „Männerjob“ gewachsen sind, passen sie nicht mehr in unser geistiges Schema der „idealen Frau“. Sie verletzen Normen, und Normverletzer finden die Menschen nicht anziehend. Anders gesagt: Frauen, die Normen verletzen, bezahlen einen gesellschaftlichen Preis.

Die meisten Studien wurden mit weißen Männern und Frauen durchgeführt, vorwiegend in den Vereinigten Staaten. Wir wissen wenig darüber, ob die gleiche Dynamik auch bei anderen Hautfarben und Ethnien zu finden ist. Was wir wissen, basiert in der Regel auf kleinen Stichproben, denn die Experimente wurden nicht in großem Umfang wiederholt. Deshalb müssen wir sie mit Vorsicht interpretieren. Es gibt zwar keine umfassende Untersuchung, ob die für weiße Amerikanerinnen festgestellte Bestrafung der Handlungsmacht („agency penalty“) auch für Amerikanerinnen afrikanischer, asiatischer oder hispanischer Herkunft und für amerikanische Ureinwohnerinnen gilt.

Tatsächlich aber ergaben Untersuchungen, dass schwarze Frauen nicht die gleichen negativen Reaktionen erlebten wie weiße Frauen, wenn sie eher dominant als gemeinschaftsorientiert auftraten. Im Gegensatz dazu wurden dominante afrikanische Männer bestraft, weiße Amerikaner hingegen nicht. Männliche Afroamerikaner profitieren davon, wenn sie als nicht bedrohlich wahrgenommen werden. Man hat herausgefunden, dass physische Merkmale, die Wärme und Rücksichtnahme signalisieren, für schwarze Unternehmenschefs in den Vereinigten Staaten ein Vorteil sind, weißen Chefs hingegen schaden. Diese Erkenntnisse widersprechen Modellen von Doppelbestrafung, wonach Menschen mit mehreren „untergeordneten Identitäten“, zum Beispiel afroamerikanische Frauen, mehr Vorurteilen unterworfen sind als solche mit nur einer derartigen Identität – afroamerikanische Männer oder weiße Frauen. Identitäten summieren sich offenbar nicht immer, sondern überschneiden sich auf verschiedene Weisen, die die Forschung gerade erst aufzudecken beginnt.

Hoher Status, wenig Wärme

Geschlechterstereotype scheinen bis zu einem gewissen Grad über die Kulturgrenzen hinweg gleich zu sein. Zum Beispiel unterscheiden viele Gesellschaften zwischen Wärme und Kompetenz, wenn sie soziale Gruppen beurteilen; Gruppen mit hohem Status werden stereotyp als kompetent, aber ohne Wärme wahrgenommen, und das männliche Stereotyp ist mit dem kulturellen Ideal verbunden. Die weite Verbreitung dieser Stereotype hat reale Auswirkungen darauf, wie Menschen eingeschätzt werden.

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