https://www.faz.net/-gyl-tm0f

Umfrage : Gleichbehandlungsgesetz mach Rekrutierung bürokratischer

  • Aktualisiert am

Hauptsache, alles ist dokumentiert Bild: Marcin Balcerzak - FOTOLIA

Die Förderung der Gleichbehandlung ist für viele Unternehmen nicht neu, doch läßt sie das AGG über mehr Verwaltungsaufwand stöhnen. Das hat eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Personalführung ergeben.

          1 Min.

          Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zwingt HR-Manager dazu, neue Instrumente zur Rekrutierung von Personal einzusetzen: 70 Prozent der Unternehmen müssen ihre Stellenanzeigen den neuen gesetzlichen Anforderungen anpassen, 65 Prozent der Unternehmen ändern Personalfragebögen, 62 Prozent der Unternehmen ihre Anforderungsprofile. Das geht aus einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) hervor: 123 von 508 zufällig ausgewählten Mitgliedsunternehmen nahmen an der Befragung teil.

          90 Prozent der Unternehmen haben den Angaben zufolge bereits damit begonnen, bestehende Personalmanagementprozesse und -instrumente zu überprüfen. Die Förderung der Gleichbehandlung sei für viele Unternehmen kein neues Thema: In 40 Prozent der untersuchten Unternehmen gebe es bereits seit mehreren Jahren entsprechende betriebliche Vereinbarungen. Keinen Reformdruck empfinden die befragten Personalmanager bei Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen sowie bei ihrer Vergütungssystematik.

          Nur 21 Prozent der Personalprofis gehen davon aus, daß das AGG zu einer Klagewelle führen wird. Dennoch wappnen sich die untersuchten Unternehmen für etwaige Gerichtsverfahren und nehmen dabei eine stärkere Bürokratisierung des Rekrutierungsprozesses in Kauf: 84 Prozent der Unternehmen dokumentieren die Gründe für die Ablehnung ungeeigneter Bewerber und 71 Prozent bewahren die Bewerbungsunterlagen mindestens bis zum Ablauf der Beschwerdefrist auf.

          Die DGFP hat ermittelt, daß das AGG entgegen seinem Ziel auch für Bewerber nicht nur Vorteile mit sich bringe: Sie erhielten von 79 Prozent der Unternehmen nur noch inhaltsleere Absageschreiben und von 30 Prozent der Unternehmen keine Antwort mehr auf ihre Nachfragen.
          Fast alle Befragungsteilnehmer (92 Prozent) rechneten fest mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand und mehr als zwei Drittel bezweifelten die Wirksamkeit des Gesetzes. 88 Prozent der befragten Personalmanager seien der Ansicht, daß der Gesetzgeber bei der Formulierung des AGG die betriebliche Realität des Personalmanagements kaum oder gar nicht berücksichtigt hat.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nordkoreas Machthaber Kim : Stalinist mit PR-Qualitäten

          Tausendsassa, Basketballfan und Trumps Männerfreund: Seit zehn Jahren ist Kim Jong-un der starke Mann in Nordkorea – seit knapp neun an der Spitze des Regimes. Dabei ist der skurrile Diktator Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen. Doch als Reformer enttäuscht er auf ganzer Linie.
          Spendet Wärme trotz Kälte: der Heizpilz.

          Neues Image in der Krise : Ein Pilz als Restaurant-Retter?

          Weil er zu viel Kohlendioxid in die Luft bläst, ist der Heizpilz bislang in vielen Städten verboten. Doch jetzt werden viele Verbote aufgehoben, denn der Heizpilz soll die Gastronomie retten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.