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Transsexualität im Beruf : Gestern Anzug, heute Kleid

  • -Aktualisiert am

Isabella Grobys in Ihrem Büro am Schreibtisch Bild: Dominik Gierke

Manche Menschen wurden als Mann geboren, fühlen sich aber als Frau – oder anders herum. Das ist im Beruf nicht immer einfach. Wir haben zwei von ihnen an ihrem Arbeitsplatz besucht.

          8 Min.

          Es ist ein eher ruhiger Vormittag in der Polizeidirektion in Berlin-Kreuzberg. Cybill Geyer geht durch die Gänge. Die 55-Jährige trägt Dienstkleidung: eine dunkelblaue Hose und ein blaues Hemd, auf dem das Wappen der Berliner Polizei prangt. Im Vorbeigehen grüßt sie einen Kollegen. Der erwidert: „Hallo, Rainer!“ Cybill Geyer lacht. Das passiert ihr öfter.

          Cybill Geyer ist eine Trans-Frau; sie identifiziert sich nicht mit dem Geschlecht, mit dem sie geboren wurde. Damit ist sie bei der Berliner Polizei eine Ausnahme: Unter den etwa 100 Leuten ihrer Einheit ist sie die Einzige mit Trans-identität, jedenfalls die Einzige, die das offen zeigt. In der gesamten Berliner Polizei kennt sie nur noch eine weitere. Cybill Geyer arbeitet als Angestellte in der Verkehrskontrolle und fing vor viereinhalb Jahren noch als Rainer dort an. Schon seit ihrer Kindheit habe sie irgendwie gewusst, dass sie nicht im „Team Jungs“ mitspiele, sagt sie. Doch erst an ihrem 55. Geburtstag beschloss sie, dass sich etwas ändern musste. Beim Oktoberfest unter Kollegen im vergangenen Jahr erschien sie dann im Dirndl. „Daran könnt ihr euch jetzt gewöhnen, ich bin trans“, hat sie damals gesagt. Auf der Weihnachtsfeier kam sie im kleinen Schwarzen, danach immer häufiger in Rock oder Kleid.

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