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Selbstoptimierung : Nicht ohne meinen Coach

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Streben nach Selbstoptimierung

Der zweite Grund ist das Streben der Menschen nach Selbstoptimierung, das um sich greift. Millionen gedruckter Berufsratgeber und Lebenshilfebücher impfen uns täglich ein, dass wir noch aktiver, kreativer, leistungsfähiger und perfekter sein können - und auch müssen, wenn wir im Kampf der Talente bestehen wollen. Es geht aber nicht nur darum, andere zu überflügeln, sondern auch darum, uns selbst zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei stößt fast jeder irgendwann an seine Grenzen. Wer wirklich darüber hinauswachsen will, brauche deshalb einen Entwicklungshelfer von außen, heißt es, oft gehen Berufs- und Lebensberatung dabei gleitend ineinander über. Solche Coachings aus eigenem Antrieb und auf private Rechnung haben das Geschäft zuletzt besonders beflügelt.

Die Branche wächst jedenfalls gewaltig. Allein deutsche Ratsuchende geben jedes Jahr rund eine halbe Milliarde Euro aus, um sich durchs Leben leiten zu lassen, schätzt die jährliche Coaching-Marktanalyse der Universität Marburg. Der Umsatz steigt um zehn Prozent jährlich, und das seit langem. Was Ende der 80er Jahre als Instrument zur Personalentwicklung von Top-Führungskräften begann, hat sich seit dem Jahrtausendwechsel zum Massenmarkt entwickelt.

Früher brauchte man einen Coach, um Schwächen zu kompensieren. Heute klingt es viel positiver: Hier will sich jemand entwickeln. Coaching ist gesellschaftsfähig geworden, kommt sozusagen in den besten Familien vor. Tatsächlich stammen viele Coaching-Ansätze aus der sogenannten positiven Psychologie, jener Fachrichtung, die nicht wie die Psychotherapie nach den Defiziten fahndet, sondern erforscht, was den Menschen glücklicher macht und welche Stärken er dafür weiter ausbauen müsste.

Fragt man die Berater selbst, so definieren fast alle ihre Arbeit so: „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe.“ Weltweit heben inzwischen 47.500 professionelle Berater das Potential anderer. Knapp die Hälfte davon praktiziert in Europa, gut 8000 gibt es in Deutschland. Die meisten von ihnen sind Business-Coaches, denn Berufsfragen treiben hierzulande vier von fünf Kunden zu einem Coach. Oft wird aber im Verlauf der Beratung klar, dass es um sehr viel tiefgreifendere persönliche Themen geht. Manche bieten ihre Dienste deshalb gleich als systemische Berater „in allen Fragen der persönlichen Lebensführung“ an. Andere nennen sich Lebensberatungscoach, bei wieder anderen sind die Grenzen zwischen Körper, Geist und Business fließend, sie coachen in allen Fällen.

Laufcoaches, Ernährungscoaches, Businesscoaches, Lifecoaches

Neuerdings hängt man die Bezeichnung „Coach“ an alles, dem man den Hauch von Extravaganz und Professionalität verleihen will: Es gibt Laufcoaches, Ernährungscoaches, Businesscoaches, Lifecoaches. „Allein das Wort Coach ist aber kein Garant dafür, dass man eine bestimmte Leistung erwarten darf“, sagt der Berater Christian Schiede, der den Markt und seine Strukturen seit mehr als zehn Jahren verfolgt. Der Begriff ist nicht geschützt. Jeder kann ihn verwenden, auch wenn er überhaupt keine spezielle Ausbildung besitzt.

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