https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/gehaltsvergleich-wo-besonders-gut-gezahlt-wird-17778744.html

Gehaltsvergleich : Wo besonders gut gezahlt wird

Bei Oberärzten liegt das Bruttomediangehalt laut den Daten bei 124.800 Euro. Bild: dpa

Über Geld spricht man nicht – das gilt für die Deutschen anscheinend nach wie vor. Neue Daten zeigen, wie ungern sie Gehaltsverhandlungen führen. Aber auch, wo dabei am meisten herauszuholen ist.

          2 Min.

          Gehaltsverhandlungen sind naturgemäß ein diffiziles Thema und viele Beschäftigte tun sich schwer damit, mehr Geld zu verlangen. Das legt jedenfalls eine Umfrage der Stellenplattform Stepstone nahe, die der F.A.Z. vorliegt. Dieser zufolge fühlen sich 53 Prozent unwohl, eine Gehaltserhöhung zu verhandeln. Als Hauptgrund (52 Prozent) geben die Befragten an, Schwierigkeiten damit zu haben, sich selbst zu loben.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als weitere Punkte werden genannt, dies sei im Unternehmen nicht gern gesehen (33 Prozent) sowie die Sorge, womöglich die Beziehung zum Chef zu beschädigen (31 Prozent). 28 Prozent erklärten zudem, sie redeten nicht gerne über Geld, während 25 Prozent als Erklärung angaben, nicht sicher zu sein, ob die eigene Arbeit eine bessere Bezahlung überhaupt rechtfertige. Im Rahmen der Erhebung wurden im Januar 2022 rund 5100 Beschäftigte – darunter rund 1100 Führungskräfte – befragt.

          Im Rahmen einer deutlich größer angelegten Datenanalyse hat Stepstone in Zusammenarbeit mit Gehalt.de zudem einen „Gehaltsreport“ erstellt. Repräsentativ sind die Werte nicht, allerdings ist das Datenpaket mit mehr als 600.000 Gehaltsangaben aus den vergangenen 12 Monaten sehr umfangreich. 64 Prozent stammen von Männern, 36 Prozent von Frauen. Aufgelistet wird jeweils das Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen, Prämien oder weiteren Sonderzahlungen.

          Währen das Bruttomediangehalt in Deutschland insgesamt bei 44.100 Euro liegt, stehen mit Blick auf einzelne Berufe Ärzte in der Rangliste ganz oben.

          Bei Oberärzten liegt das Bruttomediangehalt laut den Daten sogar bei 124.800 Euro. Obere Plätze nehmen auch Ingenieure oder Berufstätige aus der IT-Branche ein.

          Für eine tendenziell gute Bezahlung steht (nicht erst seit Corona) die Biotech- und Pharmabranche. Auch die Finanzwelt hat gute Gehälter zu bieten. Ganz anders sieht dies typischerweise mit Blick auf Call Center oder die Gastronomie aus, aber auch im Einzelhandel werden weiterhin eher unterdurchschnittliche Gehälter erzielt.

          Nicht zu vergessen ist der Faktor eines Uni-Abschlusses. Mit Blick auf den Median ist der Unterschied ziemlich deutlich: 40.600 Euro Bruttojahresgehalt verdienen Beschäftigte im Schnitt ohne Uni-Abschluss im Vergleich zu 59.700 Euro, die Akademiker im Schnitt erhalten. Je nach Branche und Stellung gibt es natürlich auch mal Abweichungen. Nicht-Akademiker können im individuellen Fall natürlich durchaus mehr verdienen als Arbeitnehmer mit Uni-Abschluss, etwa dann, wenn sie in einer lukrativeren Branche unterwegs sind. Eine pauschale Aussage lässt sich hier also keinesfalls treffen.

          Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch die Größe eines Unternehmens, wie die Daten verdeutlichen.

          Große Unterschiede zeigen sich nicht zuletzt auch auf der Deutschlandkarte. Der Hauptgrund ist natürlich der Sitz von großen Unternehmen aus eher gut zahlenden Branchen. Gerade im Süden, aber auch etwa in der Region rund um Frankfurt oder Köln sind die Gehälter somit grundsätzlich eher hoch.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die unangenehmsten Fragen kamen aus den eigenen Reihen: Boris Johnson am Mittwoch bei einer Befragung im Unterhaus

          Britische Regierungskrise : Johnson blickt in den Abgrund

          Nach den Ministerrücktritten bröckelt die Unterstützung für Boris Johnson. Noch während sich Johnson im Unterhaus kämpferisch gab, machte sich eine Delegation auf den Weg in die Downing Street 10, um ihm den Rücktritt nahezulegen.
          Olaf Scholz vor dem Bundestag

          Scholz im Bundestag : Und was macht der Krieg mit uns?

          Die Befragung des Kanzlers drehte sich um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Ukrainekrieges. Bei Fragen zu Rüstungslieferungen wich Scholz aus. Und wurde bei Linken-Chefin Wissler giftig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.