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Gehälter im Vergleich : Fast 100.000 Euro trennen Oberarzt und Zimmermädchen

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Ärzte verdienen gut: Diese Faustregel gilt nach wie vor. Bild: dpa

Auch ohne Chefposten lässt sich ein hohes Jahresgehalt verdienen – vor allem in der Medizin. Eine Untersuchung, die FAZ.NET vorab vorliegt, zeigt aber auch, was klassische Schlechtverdienerberufe sind.

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          Sie können sich nicht vorstellen Lebensläufe zu lesen, Dienstpläne zu machen, Urlaubsanträge zu unterschrieben und Mitarbeitergespräche zu führen? Dann taugen Sie nicht unbedingt für eine Führungsposition. Das heißt aber nicht, dass Ihnen der Weg zu einem guten Gehalt versperrt wäre: Eine Analyse von mehr als 200.000 Gehaltsdaten des Vergleichsportals Gehalt.de, die FAZ.NET vorab vorliegt, hat nun gezeigt, wo sich ohne Personalverantwortung am meisten verdienen lässt - also jenseits der Chef- und Abteilungsleiterposten.

          Das Ergebnis: In der Medizin! Oberärzte führen mit einem Bruttojahresgehalt von 116.937 Euro die Liste an. Sie gelten in der Untersuchung nicht als Führungskräfte, weil das Klinikpersonal üblicherweise nicht von ihnen, sondern von Chefärzten oder Krankenhausdirektoren ausgewählt wird. Direkt dahinter folgen mit einem Bruttojahresgehalt von rund 78.000 Euro die Fachärzte.

          Besonders gut verdienen ferner Berufstätige im Finanzbereich und in der Kundenbetreuung von Unternehmen: Fondsmanager mit 75.800 Euro im Jahr belegen den dritten Platz der Rangliste, Corporate Finance Manager liegen auf Platz vier, dahinter folgen Key Account Manager. Unter den bestbezahlten zehn Berufen finden sich ferner mehrere Ingenieursdisziplinen und Juristen.

          Der Schlüssel für diese hohen Einkommen ist ein akademisches Studium. „Wer in Deutschland ein hohes Gehalt beziehen möchte, kommt um ein Studium kaum herum“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

          Die Rangliste zeigt auch, welche Berufe am unteren Ende des Gehaltsgefüges stehen: Tätigkeiten im Gastgewerbe und andere Dienstleistungsberufe. Zimmerservicekräfte bilden mit durchschnittlich 19.373 Euro Bruttojahresgehalt das unrühmliche Schlusslicht. Zwischen ihnen und den Oberärzten liegen fast 100.000 Euro Gehaltsdifferenz im Jahr. Wenig besser sieht es beim Restaurant- und Küchenpersonal aus und bei den Kellnern. Auch Friseure, traditionell bekannt für geringe Einkommen, verdienen nach wie vor wenig: Im Durchschnitt sind es laut Untersuchung 21.408 Euro.

          Weil in den Tätigkeiten mit eher geringem Einkommen häufig auch gering ausgebildete Kräfte arbeiten, betonen die Gehaltsfachleute den Wert von Bildung und Weiterbildung: „Besonders für ungelernte Kräfte sind Fortbildungen der beste Weg, um beruflich aufzusteigen“, sagt Bierbach.

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