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Unternehmenskultur : Home-Office immer verbreiteter – aber ungerecht verteilt

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Heimarbeit wird Frauen anscheinend seltener erlaubt. Bild: dpa

Chefs sagen selten nein zum Home-Office, wenn es technisch möglich ist, besagt eine neue Studie. Aber anscheinend sind sie nicht ganz gerecht dabei, zu wem sie nein sagen.

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          Ob Home-Office Beschäftigte eher stresst oder es ihnen eher hilft – dazu ist schon viel geforscht worden. Jetzt gibt es eine neue Studie, die einen anderen Aspekt in den Blick nimmt: Wenn Mitarbeiter nicht von zu Hause aus arbeiten – was genau hält sie eigentlich davon ab?

          Heraus kam, dass die große Mehrheit ganz einfach der Meinung ist, dass ihre Arbeit und Home-Office nicht zusammenpassen. Sehr häufig sagten die Befragten auch, dass ihrem Chef Anwesenheit im Büro wichtig sei. Und immerhin mehr als die Hälfte führte technische Hürden an.

          Interessant an der Studie sind aber auch die Gründe, die nur selten genannt wurden: Home-Office wird anscheinend noch immer von manchen Chefs verweigert, selbst wenn es technisch möglich wäre. Aber das kommt gar nicht mehr besonders oft vor; nur 14 Prozent der Befragten sagten, dass Heimarbeit in ihrem Betrieb verboten sei, obgleich die technischen Möglichkeiten vorhanden wären.

          Frauen berichten häufiger von einem „Nein“ des Chefs

          Interessant ist dabei aber, dass Führungskräfte Frauen die Heimarbeit der Studie zufolge häufiger verweigern als männlichen Beschäftigten. Knapp 6 Prozent fürchten um ihre Karrierechancen, wenn sie zum Arbeiten nicht vor Ort sind, und auch hier haben Frauen häufiger diese Sorgen als Männer.

          Herausgefunden haben das zwei Forscherinnen; eine kommt von der Universität Bielefeld und eine von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Gewerkschaften setzen sich schon länger für ein generelles Recht auf Heimarbeit in Deutschland ein; auch die SPD kämpft dafür. Die Studie spielt diesen Bestrebungen in die Karten.

          Die Arbeit basiert auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und ist repräsentativ für Unternehmen mit 50 Mitarbeitern oder mehr. Die 1800 Studienteilnehmer wurden dazu befragt, warum sie kein Home-Office praktizieren und konnten mehrere Gründe anführen.

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