https://www.faz.net/-gyl-88703

Stressiger Alltag : Chefs neigen zu Burnout und Depression

  • Aktualisiert am

Lasst mich doch einfach in Ruhe: Oft zerren viele Kräfte an den Führungskräften. Das zehrt an den Kräften. Bild: dpa

Deutschlands Chefs haben ein größeres Risiko, psychisch krank zu werden als Otto-Normal-Bürger. Vor allem Burnout und Depression drohen.

          1 Min.

          60-Stunden-Wochen, häufige Dienstreisen, ständige Erreichbarkeit auf dem Smartphone - dass Führungskräfte zu Burnout und Depressionen neigen, hört sich plausibel an. Und Deutschlands Chefs haben wirklich im Durchschnitt ein höheres Risiko psychisch krank zu werden als Otto-Normal-Bürger. Das hat jetzt die SRH Hochschule Heidelberg in einer neuen Studie herausgefunden.

          In ganz Deutschland befragten die Autoren dafür 282 Führungskräfte verschiedener Branchen und Hierarchieebenen. Sie gaben an, wie intensiv sie die tägliche Arbeit einschätzen und wie häufig sie gereizt sind oder Anzeichen von Burnout oder Depression bemerken. Das Ergebnis: überdurchschnittlich oft.

          Dass sie in wenig Zeit viel leisten müssen, wird von Mitarbeitern in Führungspositionen als größte Belastung empfunden. Gleichzeitig fühlen sich viele Chefs missverstanden: Ihr hohes Engagement im Job werde nur wenig anerkannt, glauben sie. Sie vermissen zum Beispiel regelmäßiges Feedback zur Arbeitsleistung. All das kann psychisch krank machen.

          „Langfristige, schwerwiegende Gesundheitsfolgen“

          „Auffällig in unserer Stichprobe war die überdurchschnittliche Häufung langfristiger, schwerwiegender Gesundheitsfolgen. Das sind vor allem depressive Symptome und emotionale Erschöpfung“, sagt Andreas Zimber, einer der Studienautoren. Um das zu vermeiden rät er Führungskräften, ihre Freizeit bewusst zu nutzen, um abzuschalten und sich zu erholen. Kurze stressige Phasen ließen sich so gut ausgleichen.

          Aber auch die Unternehmen sollten etwas tun, fordert Zimber. Manager müssten zeitlich und mengenmäßig entlastet und von der Unternehmensspitze sowie von Kollegen auf gleicher Ebene unterstützt werden. Dabei gebe es kein Universalrezept. Jeder Führungskraft müsse individuell geholfen werden.

          Weitere Themen

          Letzte Chance für Bewerbung als Astronaut

          Harter Traumberuf : Letzte Chance für Bewerbung als Astronaut

          Sich bei der Esa als Astronaut zu bewerben – diese Chance ist selten. Zum letzten mal wurden Kandidaten vor rund einem Jahrzehnt ausgesucht. Die Anforderungen an die Bewerber sind enorm. Bald endet die Frist der aktuellen Runde.

          „Corona wird bleiben“ Video-Seite öffnen

          RKI-Chef Wieler : „Corona wird bleiben“

          Das Coronavirus wird laut RKI-Chef Lothar Wieler in Deutschland „endemisch werden". Wer sich nicht impfen lasse, müsse deshalb mit einer Infektion rechnen, erklärte Wieler.

          Topmeldungen

          Auf Tour in Berlin: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet nach seinem Auftritt beim Tag der Deutschen Familienunternehmen

          Bundestagswahl 2021 : CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Das Wahlprogramm der Union gewinnt erste Konturen mit einem Belastungsdeckel für Unternehmen. Offen ist, wie Mehrausgaben für Klima und Soziales zur Schuldenbremse passen.

          Wahlkampf mit Euro und EU : Marine Le Pen auf dem Vormarsch

          Forderungen nach einem Austritt aus dem Euro und der EU gehören nicht mehr zum Programm der polarisierenden Französin. Warum Le Pen vor den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr wieder Hochkonjunktur hat.
          Eine Schulklasse im Ortsteil Britz in Berlin-Neukölln: Lehrer werden in der Hauptstadt seit 2004 nicht mehr verbeamtet.

          Keine Verbeamtung : Warum viele Lehrer Berlin verlassen

          Seit 2004 werden Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet. Viele junge Lehrer suchen sich deshalb nach dem Studium einen anderen Arbeitsort. Jetzt schlagen die Schulleiter Alarm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.