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Fremdsprachen im Beruf : Ni Hao oder Bonjour?

  • -Aktualisiert am

Eine Lebensaufgabe: Selbst Muttersprachler tun sich mit chinesischen Schriftzeichen schwer - Ausländer umso mehr. Bild: Edgar Schoepal

Englisch ist längst Standard im Beruf, also muss eine zweite Fremdsprache her. Aber was? Französisch, Russisch oder gleich Chinesisch? Und muss man vor dem Auslandseinsatz schon perfekt reden können?

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          Englischkenntnisse sind heute aus den meisten Stellenausschreibungen nicht mehr wegzudenken. Häufig ist es jedoch nicht eindeutig, welches Sprachniveau ein Arbeitgeber erwartet. Würden einfach nur „Englischkenntnisse“ verlangt, könne man davon ausgehen, die Sprache im Berufsalltag nicht sehr häufig zu benötigen, sagt Laufbahnberaterin Julia Funke. Steht in der Ausschreibung allerdings, dass ein „verhandlungssicheres Englisch“ gewünscht wird, dann sollten Kandidaten darauf gefasst sein, dass dieses auch im Bewerbungsgespräch abgefragt wird. Wer heute in einem Unternehmen arbeiten möchte, das international agiert, der kommt um Englisch nicht herum. Wer lediglich sogenanntes Schulenglisch beherrscht, wird daher in solchen Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über die Bewerbungsphase hinauskommen.

          Auch außerhalb von Deutschland setzt man auf Englisch. Es ist die am häufigsten erlernte Fremdsprache in der Europäischen Union. Laut Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat lernen in den Mitgliedstaaten 94 Prozent aller befragten Schüler in weiterführenden Schulen (Sekundarstufe II) Englisch als Fremdsprache. Deshalb reicht es in den meisten Berufen, passables Englisch zu sprechen. Auch Beraterin Funke sagt: „Man muss nicht von vornherein mehrere Sprachen lernen, um attraktiv für einen Arbeitgeber zu sein. Wenn man Sie ins Ausland entsenden will, dann bekommen Sie auch einen Crashkurs.“ Dennoch schadet es natürlich nicht, eine zweite oder sogar dritte Fremdsprache parat zu haben. Wer zum Beispiel gerne in Asien arbeiten wolle, sei sicher gut beraten, frühzeitig eine entsprechende zu lernen, sagt Funke.

          Kathrin von Hardenberg sieht noch einen anderen Zusammenhang. Je gehobener eine ausgeschriebene Stelle, desto eher werde erwartet, dass Bewerber mehrsprachig seien, findet die Personalvermittlerin von Indigo. Das liege daran, dass Verantwortungsbereiche mit zunehmender Bedeutung dann häufiger grenzübergreifend ausfielen. In vielen Fällen komme man zwar wahrscheinlich auch mit Englisch weiter, aber für die Teambildung und die Akzeptanz sei es hilfreich, die Sprache der Mitarbeiter zu können. Auch die Statistik belegt, dass Manager und Spezialisten häufiger mehrere Sprachen sprechen. Gut 34 Prozent von ihnen gaben bei Eurostat an, eine zweite Fremdsprache in petto zu haben, weitere 16 Prozent warteten angeblich sogar mit drei oder mehr Sprachen auf. Zum Vergleich: Knapp jeder dritte befragte Handwerker war überhaupt keiner Fremdsprache mächtig.

          Französisch auf Platz zwei

          Englisch steht also mit weitem Abstand auf Platz eins der Fremdsprachen. Aber was kommt danach? Die Personalexpertinnen sehen immer noch Französisch auf Platz zwei folgen. Ein Grund dafür sind die engen Handelsbeziehungen zum Nachbarland. Viele Unternehmen haben Geschäftsbeziehungen zu französischen Partnern oder verkaufen ihre Produkte westlich des Rheins. Da kann es von Vorteil sein, wenn das eigene Personal der Sprache mächtig ist. Allerdings ist Französisch nicht mehr automatisch an deutschen Schulen die zweitbeliebteste Fremdsprache nach Englisch. Auch Spanisch, das immerhin von mehr als einer halben Milliarde Menschen als Muttersprache gesprochen wird, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wer eine osteuropäische Sprache wie Polnisch oder Russisch beherrscht, könnte zukünftig auch größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, glaubt von Hardenberg. Russisch ist auch die beliebteste Nicht-EU-Sprache, die in Deutschland gelehrt wird.

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