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Weibliche Führungskräfte : Putzen nach Feierabend

Als Führungskraft arbeiten und trotzdem noch die Hälfte der Kinderbetreuung schmeißen? Das ist Realität für viele Chefinnen, die gleichzeitig Mütter sind. Bild: dpa

Deutlich mehr Frauen als noch im Jahr 2001 schaffen es in die Führungsetagen. Das zeigt eine neue Studie. Doch wie sieht es nach Feierabend aus? Wer schmeißt den Haushalt der Führungsfrauen? Und was hat das mit ihrer Karriere zu tun?

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          Elterngeld plus, Frauenquote und 24-Stunden-Kitas: Das Frauenministerium unternimmt allerhand, um Frauen besser in das Arbeitsleben zu integrieren. Wie gut das auf der Führungsebene klappt, hat nun das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) mit Hilfe von Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel untersucht: Im Jahr 2013 waren demnach rund 29 Prozent der leitenden Angestellten Frauen. Das sind rund 7 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2001.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Klingt erst einmal gut. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass die Zahl der weiblichen Chefs in der jüngeren Vergangenheit wieder langsamer gewachsen ist als noch vor einigen Jahren - besonders in Westdeutschland. „Es gibt keinen Anlass, sich auszuruhen“, sagte die DIW-Wissenschaftlerin Elke Horst mit Blick auf die Zahlen. Sie forderte die Unternehmen zu mehr Transparenz, besserer Vereinbarkeit und noch ehrgeizigeren Zielen mit Blick auf Frauen in den Führungsetagen auf. Die Gesellschaft könne es sich nicht leisten, das Potential von Frauen „brach liegen zu lassen.“

          Traditionelle Rollenmodelle ändern sich nur langsam

          Noch immer arbeiten die meisten Führungsfrauen in kleinen und mittelständischen Betrieben, schreiben die Autorinnen der Studie namens „Führungskräftemonitor“ weiter. Eine Vorstandsvorsitzende in einem Dax-30-Konzern? Noch immer Fehlanzeige. Das hat Folgen: Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen ist mit 20 Prozent noch immer groß. Außerdem sind den weiblichen Chefs im Durchschnitt deutlich weniger Mitarbeiter unterstellt als männlichen. Ähnlich ist hingegen die Arbeitszeit von Männern und Frauen in Führungspositionen: Weibliche Führungskräfte verbringen durchschnittlich 45 Stunden in der Woche im Unternehmen, männliche durchschnittlich 46 Stunden.

          Nach Feierabend sieht die Welt dann allerdings weniger gerecht aus, berichtet Anne Busch-Heinzmann von der Universität Hamburg, die Mitautorin der Studie ist. „Die Hausarbeitsteilung ist nach wie vor oft traditionell organisiert“, sagte sie auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Berlin. Insbesondere bei der Kinderbetreuung müssten Frauen noch immer deutlich mehr anpacken. Zwischen 2001 und 2013 gebe es zwar einen „gewissenen Egalisierungstrend“ mit Blick auf die häuslichen Pflichten von weiblichen und männlichen Chefs, sagt Busch-Heinzmann. Gerade Führungsfrauen berichteten oft, sich die Hausarbeit gerecht mit ihrem Partner zu teilen. Doch seien die männlichen Chefs dabei trotzdem noch immer im Vorteil: Viel mehr Männer in Führungspositionen können sich nämlich noch immer über eine Frau freuen, die ihnen den Rücken freihält und in traditioneller Weise den Haushalt alleine schmeißt.

          Der Weg nach oben sei für Männer aus Haushalten mit traditionellen Rollenmustern deutlich leichter, sagte DIW-Wissenschaftlerin Elke Holst. Sie konkurrierten in der Regel mit Frauen, denen der Rücken nicht zu hundert Prozent freigehalten wird. „Und arbeiten die Frauen aufgrund ihrer häuslichen Pflichten in Teilzeit, haben sie kaum eine Chance, in die Führungsetage aufzusteigen.“

          Zu diesem Befund passt eine ebenfalls an diesem Dienstag veröffentlichte Allensbach-Studie: Frauen, die nach der Geburt ihres ersten Kindes beruflich zurückstecken, finden aus dieser familiären Aufgabenteilung später kaum noch heraus, heißt es darin: Waren vor der Geburt des ersten Kindes bei 71 Prozent der Paare beide Partner in Vollzeit erwerbstätig, so galt dies nach der Geburt lediglich für 15 Prozent.

          Führungsfrauen hingegen sind generell relativ oft Singles, geht aus der DIW-Untersuchung hervor. Sie sind der Studie zufolge seltener verheiratet und haben seltener Kinder als andere Frauen. Nur 29 Prozent der Frauen in Führungspositionen sind gleichzeitig Mütter (also leben aktuell mit ihren Kindern im selben Haushalt). Dagegen sind 37 Prozent der männlichen Führungskräfte auch Väter.

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