https://www.faz.net/-gyl-9umlo

Vielfalt in Konzernen : Frauen halten im Vorstand länger durch

  • Aktualisiert am

SAP hat schon länger mehrere Frauen im Vorstand - und seit kurzem auch eine Frau ganz an der Spitze. Bild: Picture-Alliance

Noch immer schaffen es Frauen viel seltener in Konzernvorstände als Männer. Aber einmal dort angekommen, haben sie im Schnitt längere Amtszeiten, zeigt jetzt eine neue Untersuchung.

          1 Min.

          Wenn es Frauen einmal auf einen Vorstandsposten schaffen, dann sind sie oft rasch wieder weg. Dieses Vorurteil ist tatsächlich ein Vorurteil, hat jetzt die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) zusammen mit der Technischen Universität München in einer Analyse der 100 größten börsennotierten Konzerne herausgefunden.

          Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Der Anteil der männlichen Abgänge im Vorstand lag zwischen 2017 und 2019 bei durchschnittlich 13 Prozent je Jahr, unter den Frauen verließen in derselben Zeitspanne nur sieben Prozent ihre Vorstandsposten.

          „Frauen im Top-Management haben Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen – anders als in der öffentlichen Diskussion manchmal dargestellt“, sagt Rocío Lorenzo, Partnerin bei BCG und Co-Autorin der Studie. Trotz dieser guten Nachricht geht es mit dem Frauenanteil in Deutschlands Vorständen nur schleppend voran: Nur 9 Prozent der deutschen Vorstandsposten sind mit Frauen besetzt. Im Jahr 2018 waren es 7 und im Jahr 2017 nur 6 Prozent gewesen.

          Die Unternehmensberatung und die Uni haben auch ein Ranking der Unternehmen gemacht mit der Frage: Wer hat den Vorstand mit dem ausgeglichensten Geschlechterverhältnis? Gewonnen hat die Aareal-Bank, auf Platz 2 liegt Evonik und auf 3 die Deutsche Telekom. Die hinteren Ränge teilen sich die TLG Immobilien AG, United Internet, die Nemetschek SE und die Hypoport AG. Die Studienautoren schreiben, dass in der Tendenz die Dax-Konzerne besser abschneiden als der Durchschnitt.

          Die Lücke zwischen den Gehältern von Frauen und Männern auf Vorstandsebene hat sich in diesem Jahr allerdings sogar wieder etwas vergrößert. Betrug sie im Jahr 2018 noch 21 Prozent, waren es 2019 wieder 23 Prozent (2017: 30 Prozent).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unter Federführung des Robert- Koch-Instituts haben Experten im Jahr 2012 durchgespielt, was in Deutschland passieren würde, wenn sich eine Seuche ausbreitet. Der Bericht ging an alle Bundestagsabgeordneten.

          Pandemie-Szenario : Der Bericht, den keiner las

          Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnte schon 2012 vor einem Virus, das unser Gesundheitssystem zum Einsturz bringen könnte. Doch geschehen ist nichts. Die Autoren sagen: Weil sich keiner dafür interessierte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.