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Finanzielle Unabhängigkeit : Mit vierzig in Rente

Immer der Sonne entgegen: Am besten ohne aufs Geld zu achten Bild: Picture-Alliance

Frugalisten schuften und sparen eisern, um früh finanziell unabhängig zu sein. Für den Traum vom Glück opfern sie das Hier und Jetzt. Funktioniert das? Und lohnt es sich wirklich?

          5 Min.

          Frugalisten möchten in jungen Jahren finanziell unabhängig sein und glauben daran, dass sich Glück errechnen lässt. Dem Durchschnittsdeutschen würde bei dieser Rechnung allerdings ziemlich schwindelig werden, denn seine Sparquote beträgt mickrige zehn Prozent. Ein kleines Vermögen lässt sich auf diese Weise nicht anhäufen. Frugalisten streben eine Quote von fünfzig Prozent und sogar mehr an, damit sie mit vierzig oder möglichst noch früher in Rente gehen können, um ausschließlich das zu tun, worauf sie Lust und woran sie Spaß haben – reisen, Bücher schreiben, über Frugalismus bloggen zum Beispiel. Wer nicht geerbt hat und ohnehin ein entspanntes Dasein als Privatier führt, muss, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, die Zähne zusammenbeißen, seine Konsumimpulse kontrollieren, eisern sparen, Sonderangebote kennen, Geld in Aktien und Fonds anlegen und hoffen, dass einen die Kurse nicht im Stich lassen. Kurz gesagt: Man muss ein recht spaßbefreites Leben führen.

          Melanie Mühl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Ohne ein überdurchschnittlich gutes Einkommen kann man den Frugalisten-Traum gleich begraben. Eine Pflegekraft in einem Ballungszentrum, die kaum weiß, wie sie über die Runden kommen soll, und die von den steigenden Mieten an den ausgefransten Rand der Stadt vertrieben wurde, träumt eher von einem kürzeren Arbeitsweg als davon, ihre Sparquote zu optimieren oder sich zu fragen, ob das Geld für einen Chai Latte nicht eine überflüssige Ausgabe ist.

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