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Familienunternehmen : Verwandtschaft geht vor Expertise

  • Aktualisiert am

Nur auf die Familie ist wirklich Verlass Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Manager von außen - in vielen Familienunternehmen ein Reizthema. Zwar geht es häufig gar nicht mehr ohne sie, doch richtig vertrauen kann man nur der Verwandschaft, wie eine Umfrage zeigt.

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          Familienunternehmen in Deutschland tun sich schwer damit, die Leitung an externe Manager zu übergeben. Wenn sie dies tun, dann ist die Entscheidung oft eher aus der Not heraus geboren. Immerhin rechnet jedes vierte Unternehmen damit, mehr Führungskräfte von außen in den kommenden Jahren zu haben, während nur jedes zehnte mehr Familienmitglieder in der Führungsspitze erwartet. Die Hälfte kann ohne qualifizierte Hilfe von Außen gar nicht mehr auskommen, wie eine Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab. Doch vier von fünf Befragten gaben an, bei der Besetzung von Führungspositionen einen Bewerber aus dem Familienkreis zu bevorzugen.

          „Familienunternehmer haben ein ambivalentes Verhältnis zu familienfremden Managern“, sagt PwC-Vorstandsmitglied Norbert Winkeljohann. Einerseits sei ihnen bewusst, dass sie auf Professionalität und Know-How externer Führungskräfte auf Dauer nicht verzichten können. Andererseits fürchteten sie den Verlust der Familienidentität in einem von Familienfremden geführten Unternehmen. Als Faustformel gilt: Je größer ein Familienunternehmen ist, desto stärker auch der Einfluss und höher der Anteil externer Manager. Laut Studie wächst aber unter kleineren Unternehmen die Einsicht, dass es zunehmend notwendig wird, Führungskräfte außerhalb der Familie zu rekrutieren. Von den Befragten mit weniger als 500 Mitarbeitern erwarten 29 Prozent mehr Familienfremde in Führungspositionen, während nur 4 Prozent mit einem steigenden Anteil von Familienmitgliedern rechnen.

          Mit der Arbeit externer Manager ist eine knappe Mehrheit der befragten Familienmitglieder zufrieden: 54 Prozent halten familienfremde Führungskräfte im Top-Management für „eher positiv“, während jeder Dritte „eher negativ“ eingestellt ist. Dennoch ist die Grundhaltung der Familienmitglieder gegenüber externen Führungskräften kritisch. Fast zwei Drittel sind der Meinung, dass man eigentlich nur Familienmitgliedern richtig vertrauen kann. Für die Studie wurden Manager von 118 deutschen Familienunternehmen befragt. Zwei Drittel der Unternehmen agieren international, ein Drittel ist ausschließlich im Inland präsent. Knapp die Hälfte der Familienunternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro, jedes dritte erzielt Erlöse von mehr als 80 Millionen Euro.

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