https://www.faz.net/-gyl-80wph

Mehr Jobs : In Telekommunikation und Verkehr wird kräftig eingestellt

  • Aktualisiert am

Braucht Nachschub: Die Transportbranche. Bild: dpa

Gute Aussichten für Jobsuchende: Im zweiten Quartal wollen viele Arbeitgeber wieder vermehrt einstellen. Allerdings nicht in Finanzsektor und Baugewerbe. Denn diese Branchen schwächeln plötzlich.

          2 Min.

          Im Frühjahr 2015 haben Jobsuchende in Deutschland gute Chancen, eine Stelle zu finden. Denn die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen in Deutschland bleibt hoch. Das zeigt eine Studie des Personaldienstleisters Manpower mit Blick auf das zweite Quartal. So plant jedes zehnte Unternehmen Neueinstellungen, das sind vier Prozent mehr als im ersten Quartal.

          Jeder zehnte der 1.000 in Deutschland für die Studie befragten Arbeitgeber rechnet damit, dass er im Zeitraum April bis Juni neues Personal einstellen wird, vier Prozent planen Entlassungen. Von keinerlei Veränderungen gehen 85 Prozent aus. „Angesichts der vielen positiven Signale aus der deutschen Wirtschaft überrascht es fast, dass die Einstellungsbereitschaft nicht noch  weiter steigt“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

          „Ein Grund dafür ist  die Einführung des neuen Mindestlohns zu Jahresbeginn. Dieser hat  zwar kaum Arbeitsplätze gekostet, führt aber zu einer abwartenden Haltung.“ Die besten Jobaussichten für das zweite Quartal 2015 gibt es laut der Studie im Sektor Verkehr und Telekommunikation, zu dem etwa Personentransport, Zustelldienste, Touristik und Mobilfunkanbieter zählen. Auch im öffentlichen und sozialen Bereich wird wahrscheinlich wieder mehr eingestellt.

          Bild: Manpower

          Das Baugewerbe hingegen schwächelt nach dem starken Vorjahr etwas. Und auch Arbeitgeber aus der Finanzbranche sind diesmal nicht ganz so optimistisch wie zuletzt. „Der Finanzsektor steht unter sehr großem Druck“,  sagt Brune. „Die aus der Finanzkrise resultierenden regulatorischen  Auflagen, die jetzt akut werden, sind sehr kostenaufwändig, das schlägt sich auch in der Personalplanung nieder.“

          Griechenland entwickelt sich positiv

          Während Arbeitgeber mit Blick auf die Metropolen in Berlin noch verhalten in das zweite Quartal blicken, was das Schaffen neuer Stellen betrifft, zeigen sich Arbeitgeber in München und Frankfurt zum Frühjahr hingegen besonders optimistisch. Gleichzeitig bessern sich auch die Jobaussichten im Ruhrgebiet, wo die Arbeitgeber wieder vermehrt einstellen wollen. Im Vergleich der Regionen zeigen sich die Arbeitgeber in Norddeutschland besonders  optimistisch und auch in Süddeutschland und Westdeutschland bleiben die Jobchancen solide. Etwas weniger optimistisch sind die  Arbeitgeber in Ostdeutschland.

          Bild: Manpower

          Richtet man den Blick ins europäische Ausland, so sind ebenfalls mehr Neueinstellungen als  Entlassungen geplant. Einzig in Italien bleibt die Prognose wie bereits in den vorangegangenen Quartalen klar im negativen Bereich. Die Entwicklung der Jobaussichten in Griechenland hingegen fällt erneut positiv auf. Allerdings wurden die Daten im Wesentlichen vor dem Regierungswechsel in Athen am 25. Januar  erhoben.

          Deshalb bleibt abzuwarten, wie sich die Politik der linken  Regierung unter Tsipras auf die Stimmung der Arbeitgeber auswirken  wird. Denn zu den Wahlversprechen der Syriza gehört beispielsweise auch ein höherer Mindestlohn. Auch in den Niederlanden wollen Firmen wieder mehr Mitarbeiter einstellen, als entlassen, ebenso in Spanien. Auch in der Schweiz stabilisiert sich der Arbeitsmarkt nach einem kurzzeitigen Tief im  ersten Quartal 2014 wieder.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vorbild für Moskau: Ein Mann lässt sich in der russischen Hauptstadt am Donnerstag mit dem Vakzin Sputnik V impfen

          Impfen in Russland : Moskau prescht mit Pflichtimpfung vor

          Moskaus Bürgermeister und drei weitere russische Regionen verpflichten Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter gegen das Coronavirus zu impfen. Der Kreml hingegen zögert angesichts der Impfunwilligkeit der Russen.
          Naomi Osaka in einem Archivbild von 2019. Die 23-Jährige wird nicht in Wimbledon spielen.

          Nach Rafael Nadal : Auch Naomi Osaka verzichtet auf Wimbledon

          Die 23-Jährige hatte jüngst enthüllt, dass sie unter Depressionen leidet. Zur Olympiade in ihrem Heimatland Japan wolle sie aber antreten. Nach der gesundheitlich bedingten Absage von Nadal fehlt Wimbledon damit ein zweiter Superstar.
          Annalena Baerbock signiert am Donnerstag nach der Vorstellung ihres Buches ein Exemplar

          F.A.Z. Exklusiv : Baerbocks Pakt mit der Wirtschaft

          Die grüne Kanzlerkandidatin konkretisiert ihr Wirtschaftsprogramm. Ein zentraler Punkt sind Klimaschutzverträge, über die sie Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen will. Ganz neu ist die Idee allerdings nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.