https://www.faz.net/-gyl-85yxe

Erreichbarkeit im Urlaub : Smartphone-Stress am Strand

  • Aktualisiert am

Abschalten - das fällt vielen schwer. Bild: dpa

Egal ob Spanien, Bali oder Neuseeland: Sehr viele Beschäftigte sind auch in ihrem Urlaub für Kollegen und Chefs erreichbar. Nur ein Viertel schaltet komplett ab, zeigt eine neue Studie. Doch wer schafft es, dem Smartphone-Stress zu entgehen?

          1 Min.

          Gibt es einen W-Lan-Zugang auch in der Finka auf der spanischen Insel? Läuft das Smartphone auch in der abgelegenen Bucht auf Bali? Diese Fragen stellen sich immer mehr Berufstätige, wenn sie in die Ferien fahren. Denn auch im Sommerurlaub sind die meisten für ihre Chefs, Kollegen oder Geschäftspartner erreichbar. Das besagt eine neue, repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom, für die 1007 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt wurden, darunter 545 Berufstätige.

          Knapp drei Viertel (72 Prozent) der Beschäftigten, die jetzt in den Sommerferien weg sind, beantworten trotzdem dienstliche Anrufe, E-Mails oder Kurznachrichten. Nur etwa jeder Vierte (28 Prozent) schaltet im Urlaub komplett ab. Wenn es zu Hause im Büro brennt ist Telefonieren im Urlaub nach wie vor das beliebteste Kommunikationsmittel: Zwei Drittel (66 Prozent) nimmt während der Ferien Anrufe entgegen. Auf Kurznachrichten reagieren der Umfrage zufolge immerhin 58 Prozent und 48 Prozent lesen und beantworten E-Mails.

          Psychologen warnen schon länger vor den Gefahren der ständigen Erreichbarkeit für die seelische Gesundheit von Arbeitnehmern. Das Gehirn brauche dringend Phasen der Entspannung, da ansonsten ein hohes Risiko bestehe, Krankheitssymptome zu entwickeln, sagte etwa Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, in einem Interview mit der F.A.Z.

          Manche Unternehmen wollen Mitarbeiter zum Abschalten zwingen

          Manche, zumeist große deutsche Unternehmen, reagieren schon auf die immer wieder hochkochende Debatte über den Smartphone-Stress, und geben sich strenge Regeln, wann Mitarbeiter erreichbar sein dürfen und wann nicht. VW und die Deutsche Telekom sind Beispiele dafür. Und bei BMW gibt es mittlerweile eine Mobilarbeitszeit, also die Möglichkeit, dass Smartphone- oder Tablet-Arbeit während der Freizeit auf dem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben und gesammelt wird – und man später dafür frei nehmen kann.

          Ob jemand im Urlaub erreichbar ist, hängt der aktuellen Studie zufolge auch vom Alter ab. Doch wer denkt, dass vor allem die Betagteren weniger offen für ständige Erreichbarkeit per Smartphone, Mail und Handy sind, hat sich getäuscht. Es ist eher die vielbeschworene Generation Y, die mittlerweile bewusst zwischen Arbeit und Freizeit trennt: Unter den Jüngeren bis 29 Jahre ist fast jeder Zweite (45 Prozent) dienstlich während der Ferien nicht erreichbar, bei den Älteren gilt dies dagegen nur für ein Viertel (24 Prozent). Zudem sind insgesamt Frauen (32 Prozent) häufiger nicht erreichbar als Männer (24 Prozent).

          Weitere Themen

          Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Studie : Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Die Gehälter der Chefs der 30 größten Konzerne in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 2 Prozent gesunken. Das betrifft allerdings nur die gewährten und nicht die ausgezahlten Gehälter.

          Fast niemand will mehr Manager werden

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Topmeldungen

          Steht unter Handlungsdruck: Bundesfinanzminster Olaf Scholz (SPD)

          Cum-Ex : Scholz rüstet sich zum Kampf gegen den Steuerbetrug

          Kurz vor der Entscheidung über den SPD-Vorsitz geht Olaf Scholz in die Offensive. Der Bundesfinanzminister gründet eine Spezialeinheit gegen Steuerbetrügereien wie „Cum-Ex“. Das aber ist ein Kernthema seines parteiinternen Kontrahenten Norbert Walter-Borjans.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.