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Ende der Präsenzkultur : Homeoffice nach Maß

  • -Aktualisiert am

Arbeit zu Hause: Nicht alle empfinden sie als Privileg; manche fürchten sich auch vor Einsamkeit und Rückenschmerzen. Bild: AFP

Ein Recht auf Homeoffice zu fordern, wirkt aus der Zeit gefallen. Seit Corona besprechen das Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohnehin ganz wunderbar miteinander.

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          Homeoffice ist nichts für alle. Das zeigen die aktuellen Erkenntnisse des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. In der Informationswirtschaft beispielsweise können viel mehr Unternehmen ihre coronabedingten Pandemie-Regelungen für die Ewigkeit etablieren als etwa im produzierenden Gewerbe. An der Werkbank funktioniert Heimarbeit einfach nicht.

          Nach einem gesetzlichen Recht auf Homeoffice zu rufen wirkt jedenfalls aus der Zeit gefallen. Denn seit Corona wird ohnehin in wahnsinnig vielen Unternehmen die Präsenzfrage zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern neu verhandelt. Das geht dort – zugeschnitten auf die Bedürfnisse beider Seiten – viel besser als global und pauschal.

          Nicht zuletzt ist Heimarbeit auch für Arbeitnehmer eine höchst individuelle Sache. Die einen empfinden es als Privileg, die anderen fürchten sich vor Einsamkeit, Motivationsverlust und Rückenschmerzen.

          Eine vernünftige und stabile digitale Infrastruktur auch auf dem Land würde Unternehmen wie Beschäftigten viel mehr dabei helfen, die Präsenzfrage so zu klären, dass am Ende jeder dort arbeiten kann, wo es für den jeweiligen Beruf und den persönlichen Arbeitsrhythmus zu den besten Ergebnissen führt.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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