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Vom Studenten bis zum Chef : So netzwerken Sie richtig

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Gerade für Menschen, die ihren Job verloren haben, kann ein gutes Netzwerk nicht nur bei der Suche nach einer neuen Stelle helfen, sondern auch emotional stützen. Bild: Foto iStock

Das Pflegen guter Kontakte gilt als Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Doch häufig wird es mit aggressivem Selbstmarketing verwechselt. Wir erklären, wie man es richtig macht.

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          Mit vielen Menschen verbunden zu sein, gilt als Schlüssel zum Erfolg. Doch häufig wird seriöse Kontaktpflege mit aggressivem Selbstmarketing verwechselt. Das schadet oft mehr, als es nützt. Tipps für richtiges Netzwerken, von der Führungskraft bis zum Praktikanten.

          Studierende und Auszubildende

          Wer seine Karriere noch vor sich hat, glaubt oft, bei null anfangen zu müssen. Das stimmt nicht. „Jeder Mensch verfügt über Unterstützer aus dem Freundeskreis oder aus Vereinen“, sagt der Karriereberater Andreas Lutz aus München. „Sie müssen nicht gleich zum Partylöwen werden und plötzlich wildfremde Menschen auf Job-Events ansprechen, investieren Sie lieber in bestehende Kontakte.“ Wer systematisch vorgehen will, kann sich ein Mindmapping-Programm aus dem Internet herunterladen und darin Studienfreunde, Mentoren und Bekannte eintragen. Wichtig ist, nicht verkrampft vorzugehen, nach dem Motto „Wer kann mir jetzt konkret nützen?“.

          Bauen Sie Ihre Kontakte lieber langsam auf, oder intensivieren Sie bestehende Beziehungen. Treffen Sie sich ab und zu zum Mittagessen oder zum Sport. Tauschen Sie sich über Ihre Erfahrungen aus. Lassen Sie sich von dem tollen Unternehmen erzählen, in denen ein Bekannter von Ihnen gerade ein Praktikum absolviert, und fragen Sie ihn nach seinen guten und schlechten Erfahrungen mit Kollegen oder Chefs. Selbst wenn Sie nie in derselben Firma arbeiten werden, nützt Ihnen das Wissen, das andere erworben haben, denn Sie lernen immer auch aus den Fehlern und Erfolgen Ihrer Netzwerkpartner und profitieren von diesem Erfahrungsaustausch.

          Absolventen und Praktikanten

          Gerade jüngere Menschen verwechseln Networking oft mit einem Tauschgeschäft. Nicht auf jede Leistung muss sofort eine Gegenleistung erfolgen. „Sie dürfen keine Punkte sammeln, wie bei einem Beziehungskonto, und Ihren Bekannten zuerst selbst viele Gefallen tun, nur, um dann später ganz direkt etwas zurückzufordern“, rät Andreas Lutz. Bei gutem, professionellem Networking geht es um den langfristigen Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen und nicht um ein einmaliges Geben und Nehmen. Wer einem Netzwerkpartner helfen konnte, kann später auch einen ganz anderen Kontakt von ihm um Rat bitten und wird ihn dann auch bekommen. Praktika oder eine Tätigkeit als Werksstudent bieten eine Gelegenheit, in Unternehmen hineinzuschnuppern und Kontakte zu knüpfen.

          Allerdings ist der Frust oft hoch, weil Studierende gerade heute oft spüren, dass sie ersetzbar sind und dass alle zwei Monate ein „Neuer“ durch die Abteilung geschleust wird. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn ein anderer Praktikant in manchen Bereichen besser ist als Sie und der Chef ihn öfter lobt. Oft ist das eher eine Frage der Chemie und hat gar nicht so viel mit den tatsächlichen Qualitäten zu tun. Vielleicht sind Sie langsamer, arbeiten dafür aber viel genauer. Versuchen Sie, anderen Praktikanten gegenüber immer freundlich und fair gegenüberzutreten. Man weiß nie, ob man nicht später einmal zusammen in einem Team arbeitet oder ob man sich nicht in einem anderen Unternehmen wiedertrifft. Sich mit plumpen Annäherungsversuchen oder Geschenken bei Vorgesetzten einzuschmeicheln oder die Leistung von Konkurrenten kleinzureden, sollten Sie tunlichst vermeiden.

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