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DIW-Studie : Durch Krippenplatzgarantie arbeiten mehr Mütter

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Gut betreut: Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz wird zu einer höheren Müttererwerbstätigkeit führen - und bietet gleichzeitig Vorteile für viele Kinder. Bild: dpa

Seit dem 1. August haben ein- und zweijährige Kinder einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Das werde kurzfristig dazu führen dass rund 20.000 Mütter mehr arbeiten gehen, als zuvor, prognostiziert eine neue Simulationsstudie.

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          Durch den neuen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab dem zweiten Lebensjahr werden kurzfristig mehr Mütter arbeiten. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass sich rund 20.000 Mütter nun entscheiden werden, arbeiten zu gehen. Somit werde der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz die Erwerbstätigkeit von Müttern unter dreijähriger Kinder kurz- bis mittelfristig um zwei Prozentpunkte auf 39 Prozent erhöhen, heißt es vom DIW.

          Seit 1. August haben Eltern von Kindern im Alter von ein bis drei Jahren einen Anspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Die Forscher prognostizierten anlässlich dessen die Auswirkungen dieser Gesetzesänderung mit Hilfe von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und der Zusatzstichprobe „Familien in Deutschland“ (FiD). Das ebenfalls neue Betreuungsgeld floss nicht in die Studie ein.

          Auch die Kinder profitieren

          Die Forscher betrachteten auch den angenommenen Fall, es würde keine subventionierten Plätze geben. Die Müttererwerbstätigkeit würde in diesem Fall deutlich sinken, so das Ergebnis. Wenn Eltern für die Kosten der Kinderbetreuung komplett selbst aufkommen und nicht nur die üblichen Beiträge zahlen müssten, würden insbesondere Mütter von zwei- und dreijährigen Kindern sehr stark reagieren und ihr Arbeitsangebot um knapp zehn beziehungsweise elf Prozentpunkte (oder 27 Prozent) reduzieren, berichtete das DIW. Grund dafür sind vor allem die Kosten: Ein Halbtagsbetreuungsplatz für unter Zweijährige kostet im Durchschnitt 836, als Ganztagsplatz 1150 Euro im Monat. Durch die Subventionierung zahlen Eltern durchschnittlich 117 beziehungsweise 161 Euro.

          Nicht nur die Mütter, auch die Kinder profitieren laut der Studie von einer Kita-Betreuung. So sind beispielsweise Kinder, die bereits im zweiten und dritten Lebensjahr eine Kita besuchen, in ihren Alltagsfertigkeiten weiter entwickelt als andere Kinder. Grundschulkinder, die früh in einer Kita betreut wurden, sind in ihrem sozio-emotionalen Verhalten gefestigter. Dies ist insbesondere bei Kindern aus Familien mit einem niedrigen Einkommen oder mit mehreren Kindern der Fall. Insgesamt haben die Forscher keine negativen Effekte gefunden, wenn Kinder schon im zweiten und dritten Lebensjahr eine Kita besuchen. Allerdings setze eine gute Entwicklung eine sehr gute pädagogische Betreuungsqualität in den Einrichtungen voraus.

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