https://www.faz.net/-gyl-9wzmp

Digitalisierte Arbeitswelt : Wer hat Angst vorm bösen Roboter?

  • Aktualisiert am

Auch bei VW in Zwickau ersetzen Maschinen inzwischen viele Arbeitskräfte. Bild: EPA

Roboter werden uns nicht ersetzen – das glaubt zumindest die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer. Dabei prognostizieren Fachleute tiefgreifende Veränderungen.

          1 Min.

          In Fabriken stehen immer weniger Menschen, im Büro macht ein Programme die Englisch-Übersetzung und in der Lagerhalle räumt der Roboter Regale ein. Ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das beängstigend finden, hat jetzt eine neue Forsa-Studie über die Veränderungen der Arbeitswelt durch den digitalen Fortschritt untersucht.

          Heraus kam: 89 Prozent der Befragten sind überzeugt, ihre Tätigkeit könne nicht von einem Roboter oder einer Maschine übernommen werden. Mit besserer beruflicher Stellung nimmt diese Überzeugung noch zu: Nur fünf Prozent der Führungskräfte mit Personalverantwortung glauben, sie könnten ersetzt werden.

          Rund vier Fünftel der Befragten meinen, ihre Anstellung sei auf absehbare Zeit, also über die kommenden fünf Jahre hinweg, sicher. Nur 13 Prozent sind anderer Meinung. Mit zunehmendem Einkommen steigt auch das Vertrauen in eine sichere Anstellung: So rechnen nur 72 Prozent der Befragten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 2000 Euro damit, dass ihr Arbeitsplatz über die kommenden fünf Jahre sicher ist. Wer 3500 Euro und mehr verdient, hat mehr Optimismus in Sachen Erhalt der eigenen Stelle: 86 Prozent glauben daran. Im Dienstleistungsbereich ist das Vertrauen in eine feste Anstellung höher als in anderen Branchen.

          Auch an das Fortbestehen ihrer Tätigkeit glaubt die Mehrheit der Befragten. 65 Prozent antwortet mit „ja“ auf die Frage, ob es ihre derzeitige Tätigkeit in 15 Jahren noch in gleicher Form geben wird. Nur 28 Prozent verneinen das. Auffällig ist, dass junge Leute zwischen 18 und 29 Jahren deutlich häufiger an den Erhalt ihrer Tätigkeit glauben als ältere Menschen über 50.

          Der Unternehmer Frank Thelen sieht die Einschätzung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen kritisch: „Technologien wie KI, 3D-Druck, Robotics und intelligente Sensoren werden unser Leben tiefgreifend verändern und einen Großteil der Arbeitsplätze überflüssig machen“, sagt er. „Das Ergebnis der Studie zeigt, dass das Verständnis hierüber bei der Gesellschaft noch nicht angekommen ist.“

          Die Karriereberaterin Ragnhild Struss sagt dagegen, Roboter seien auf eine Einzelaufgabe bezogen sicherlich schneller und effizienter als Menschen, es fehle ihnen aber etwas Entscheidendes: „Die individuelle Mischung aus Erfahrungen, Talenten, Werten, Temperament und Eigenarten, die eine Person einzigartig macht.“ Sie ist überzeugt davon, dass es „diese besondere Kombination“ sei, die in vielen Berufen gefragt sein werde – auch in Zukunft.

          Die Umfrage hatte das Karrierenetzwerk Xing in Auftrag gegeben und dafür 3000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragen lassen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Viele Menschen warten in der Corona-Krise zu lange, bis sie sich Hilfe suchen.

          Psychische Erkrankungen : Die Krise nach der Krise

          Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen – viele Menschen leiden psychisch stark unter der Corona-Pandemie. Doch Therapieplätze sind knapp. Ärzte und Therapeuten befürchten: Das Schlimmste kommt erst noch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.