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Digitalisierung : Zoom und Co. spalten die Mitarbeiter

Videokonferenzen - nur ein Aspekt der Digitalisierung. Bild: Reuters

Die rasche Digitalisierung durch Corona hat die Belegschaften nicht gerade zusammengeschweißt, darauf deutet eine neue Studie hin. Profiteure und Verlierer driften auseinander.

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          Die Digitalisierung in der Arbeitswelt hat mit Corona einen Extraschub bekommen. Das Arbeiten mit Zoom, Teams und Co hat die Belegschaften aber nicht unbedingt zusammengeschweißt: Gräben zwischen Mitarbeitern haben sich zuletzt tendenziell vergrößert. Darauf weisen neue und repräsentative Umfragedaten des Meinungsforschungsunternehmens YouGov hin, die der Versicherer HDI nun das dritte Jahr in Folge in Auftrag gegeben hat.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Demnach empfinden zwar mehr als die Hälfte der Befragten den digitalen Wandel als hilfreich, und jeder Vierte berichtet über eine starke oder sehr starke Zunahme digitaler Arbeiten in der Corona-Zeit. Durch den digitalen Wandel ist auch für einige eine Verbesserung im Spagat zwischen Privat- und Berufsleben entstanden; das sagt etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer.

          Im Vergleich zum Vorjahr haben aber auch mehr Berufstätige eine negativere Berufseinstellung gewonnen, und die Zahl derer, die keinen Spaß mehr in ihrem Beruf finden, ist im Vergleich zu früher gewachsen. Zu den möglichen Ursachen schreiben die Studienmacher: „Beschäftigte, die den digitalen Wandel im Beruf als hilfreich ansehen, empfinden viermal häufiger Spaß im Beruf als andere.“

          Wer sieht's positiv, wer negativ?

          Eine negativere Berufseinstellung findet sich recht häufig im Tourismus und in der Medizin, aber auch in der Werbung, im Marketing und in den Medien. Befragt wurden 3716 Erwerbstätige ab 15 Jahren in den Monaten Juni und Juli 2021.

          Eine positivere Einstellung zum Beruf haben durch Corona am häufigsten diejenigen gefunden, die in der Informationstechnik und Telekommunikationsbranche (ITK) arbeiten. Überdurchschnittlich oft berichten auch Bezieher höherer Einkommen (ab 5000 Euro netto im Monat) davon. Und obgleich das Führen von virtuellen Teams als herausfordernd gilt, haben verhältnismäßig viele der Befragten mit Führungsverantwortung den Wandel unterm Strich positiv empfunden.

          Von mehr Freude am Beruf berichten auch diejenigen, die von einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Corona-bedingten Neuerungen profitieren drei Mal häufiger, als Berufstätige, die keine bessere Vereinbarkeit erleben oder schlicht auch schon vor Corona keine Vereinbarkeitsprobleme hatten. Das deckt sich mit anderen Forschungsergebnissen. Schon im Juli hatte eine repräsentative Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ergeben, dass sechs von zehn befragten berufstätigen Eltern mit Kindern unter 15 Jahren von mindestens einer neuen familienfreundlichen Maßnahme berichten konnten, die in ihrem Betrieb in der Pandemiezeit eingeführt wurde. Meistens war das mobiles und/oder flexibles Arbeiten, manchmal ging es auch um Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

          „Es ist richtig, dass die fortschreitende Digitalisierung Unternehmen ganz unterschiedlich trifft. Und auch in den Betrieben können die Anforderungen und Veränderungen durch die Digitalisierung sehr variieren“, sagt Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) und Personalmanagerin beim Mineralölkonzern BP. „Was es aber nicht geben darf, ist ein Auseinanderdriften der Belegschaft.“ Die Personalabteilungen hätten genau das im Blick und steuerten gegen. Sie nennt Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter mit Fokus auf Teamentwicklung und Führungsarbeit als ein Beispiel.

          Sie sieht aber auch Sprengkraft in der Frage: Impfen – ja oder nein? „Nur mit einer hohen Impfquote stärken wir die Sicherheit am Arbeitsplatz“, sagt Dransfeld-Haase. Nur so sei eine „Zweiklassengesellschaft“ unter den Mitarbeitern zu vermeiden. „Die Personalverantwortlichen rufen alle Beschäftigten dazu auf, von den zahlreich vorhandenen Impfangeboten Gebrauch zu machen.“

          Differenzierte Meinungen zu Homeoffice

          Der Befragung zufolge werden übrigens Homeoffice und mobiles Arbeiten nicht per se als besser empfunden als der Büroarbeitsplatz im Betrieb. Die Beschäftigten differenzieren an dieser Stelle stark. So punktet das Homeoffice zwar mit Blick aufs selbständige Arbeiten und die Konzentration, an der Präsenzarbeit hingegen schätzen die Beschäftigten vor allem den Austausch und die gegenseitige Unterstützung und Wertschätzung.

          Mehr als die Hälfte hält das Pflegen von Sozialkontakten und das Aufrechterhalten eines „Wir-Gefühls“ auf Distanz für schwieriger. Der generellen Erreichbarkeit von Kollegen und Vorgesetzten stellen hingegen rund die Hälfte der Befragten auch mit Blick auf das mobile Arbeiten ein gutes Zeugnis aus.

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