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Selbstversuch auf Bali : Verflixtes Digitalfasten

  • -Aktualisiert am

Bali oder Handy? Auch an Sehnsuchtsorten ist die digitale Versuchung groß. Bild: Nadja Einzmann

Keine Anrufe, nur ganz wenige Mails, ansonsten nichts als Erholung von der Arbeit. Funktioniert das – vor allem für Freiberufler? Ein Selbstversuch auf Bali soll Antworten liefern.

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          Ein Mittwochabend: Wir sind von Berlin nach Bali geflogen und wollen jetzt im Hotel den Jetlag ausschlafen. In Bali ist es 23.30 Uhr, daheim in Deutschland 17.30 Uhr. Das Telefon klingelt. Auf dem Display erscheint eine Bonner Nummer, die ich nicht kenne. Wer kann das sein? Ich habe meinen Urlaub gut vorbereitet: Ich bin Freiberuflerin und habe allen wichtigen Kunden und Kollegen mitgeteilt, dass ich in Asien unterwegs und nur im Notfall erreichbar bin. Erstens: In Indonesien anzurufen und angerufen zu werden, kostet – in meinem Tarif bis zu 2,49 Euro pro Minute. Auch mobiles Internet ist sündhaft teuer. Eine SMS schlägt mit 0,39 Euro zu Buche. Das geht, aber ich will – zweitens – meine Ruhe haben. Einmal am Tag im W-Lan des Hotels die Mails zu checken, das ist der Plan.

          Der Berliner Trainer Valentin Nowotny findet ihn gut. „Man braucht beide Modi – aktiv sein und sich zurücklehnen und gar nichts machen“, sagt der Psychologe. Dass gute Leistungen nur erbringen kann, wer sich zwischendurch erholt, ist eine Binsenweisheit. Nowotny verweist außerdem auf die stille Stunde, ein Begriff aus dem Zeitmanagement. Sie ist dafür gedacht, ungestört konzeptionell zu arbeiten. Um mal einen Blick fürs große Ganze zu bekommen, soll man aus dem Hamsterrad aussteigen. Ich will in Asien nicht konzeptionell arbeiten. Aber ich denke im Urlaub gerne grundsätzlich über das Leben nach. Mein Lebensgefährte hat einen Beruf, in dem er viel reden muss. Auch er braucht das: auf einen See oder das Meer schauen, ohne dass das Telefon klingelt. Daheim ist er genervt, wenn ich in der Freizeit immer wieder Mails abrufe, Nachrichtenportale anklicke. Wir haben uns geeinigt, jedes Jahr drei Wochen Urlaub am Stück zu machen – Digitalfasten inklusive.

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