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Neue Studie : Die meisten Berufseinsteiger fühlen sich unterfordert

Wie viel dürfen junge Leute im ersten Beruf machen? Nicht genug, glauben viele der Betroffenen. Bild: dpa

Um junges und hochqualifiziertes Personal ist ein harter Kampf entbrannt. Umso erstaunlicher ist daher dieses Studienergebnis, das der F.A.Z. vorliegt: Junge Akademiker langweilen sich oft auf ihrer ersten Stelle.

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          Unter deutschen Arbeitgebern hat sich längst eine Erkenntnis durchgesetzt: Um junges und hochqualifiziertes Personal ist ein harter Kampf entbrannt. Wer gute Mitarbeiter sucht, muss deshalb oft weite Wege gehen und sich schon an den Universitäten ins Gespräch bringen. Und stetig teurer wird die Rekrutierung obendrein, von steigenden Einstiegsgehältern ganz zu schweigen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Weit weniger Gedanken scheinen sich viele Unternehmen jedoch darüber zu machen, was sie mit den begehrten Talenten anfangen, sobald sie bei ihnen auf dem Lohnzettel stehen, wie eine neue Umfrage zeigt. Demnach fühlen sich rund drei von fünf akademischen Berufseinsteigern (59 Prozent) mit ihrer ersten Tätigkeit unterfordert. Sie sind der Meinung, dass sie Aufgaben erledigen müssen, für die gar kein Studium nötig gewesen wäre.

          Wie wichtig Inhalt und die Atmosphäre für viele sind, zeigt sich daran, dass fast zwei Drittel bereit wären, für mehr Spaß bei der Arbeit auf ein höheres Gehalt zu verzichten. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Beratungsgesellschaft Accenture hervor, für die 1000 aktuelle Absolventen sowie 1000 Hochschulabgänger der Jahre 2014 und 2015 befragt wurden, die mittlerweile eine Beschäftigung gefunden haben.

          „Mitarbeiter sollten gerade im digitalen Zeitalter stärker in den Fokus gerückt werden“

          „Viele Arbeitgeber werden es künftig schwer haben, ihre Mitarbeiter dauerhaft für sich zu begeistern, wenn sie nicht umdenken“, kommentiert Tim Good, einer der Geschäftsführer von Accenture, die Ergebnisse. Die sogenannte Millennial-Generation wünsche sich kleine Teams und Freiheiten bei der Gestaltung der Arbeit. Es sei umso wichtiger, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern den Sinn und Zweck ihrer Tätigkeit deutlich machten und ihnen mehr Eigeninitiative zugestehen, findet Good. „Mitarbeiter sollten gerade im digitalen Zeitalter stärker in den Fokus gerückt werden, indem man sie befähigt, ihr volles Potential zu entfalten, und sie nicht durch starre Regeln ausbremst.“

          Verglichen mit ihren Altersgenossen in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten von Amerika, zeigen sich deutsche Studenten überdurchschnittlich stark auf das spätere Berufsleben fixiert. Mehr als drei Viertel der Befragten fühlten sich durch ihr Studium auch gut oder sogar sehr gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. Konkret gaben 82 Prozent an, dass die späteren Berufsaussichten sie bei der Wahl des Studienfachs beeinflusst haben, nicht einmal bei jedem zweiten Befragten war auch Leidenschaft im Spiel.

          Die jahrelange Debatte über die drohende Ingenieurlücke und den hohen Bedarf der Wirtschaft an technisch-naturwissenschaftlichen Qualifikationen dürfte deshalb mit dazu geführt haben, dass diese sogenannten Mint-Fächer in der Gunst der Studenten klassische Favoriten wie Betriebswirtschaft, Jura und Medizin überflügelt haben. Mehr als ein Viertel der Absolventen 2016 hatten sich für Mathematik, Naturwissenschaft, Informatik oder Ingenieurwissenschaft entschieden. Davon gaben wiederum 76 Prozent an, bei ihrer Wahl von den vermeintlich guten Karriere- und Verdienstmöglichkeiten ermutigt worden zu sein. Die überwältigende Mehrheit hat auch schon während oder vor dem Studium Kontakt mit der Arbeitswelt aufgenommen: 93 Prozent absolvierten schon eine Lehre oder ein Praktikum.

          39 Prozent fanden nur schwer eine Anstellung

          Dennoch gelingt auch in Zeiten von Vollbeschäftigung und demographischem Wandel der Sprung von der Hochschule in die Arbeitswelt nicht immer reibungslos. Der Umfrage zufolge taten sich 39 Prozent der Berufseinsteiger schwer oder sehr schwer damit, eine Anstellung zu finden. Rund 17 Prozent schafften den Einstieg ins Arbeitsleben als Freiberufler oder schlossen weitere Praktika an. Vier von zehn Teilnehmern gaben an, für die erste Stelle ein niedrigeres Gehalt oder Abstriche bei den Sozialleistungen in Kauf genommen zu haben. Auch lassen es die Absolventen nicht an Mobilität fehlen: Mehr als die Hälfte hat demnach für einen attraktiven Arbeitsplatz schon den Wohnort gewechselt.

          Interessant ist die Gegenüberstellung von Erwartungen und Realität: So gingen 87 Prozent der abschlussnahen Studenten davon aus, später eine Anstellung in ihrem Studienfach zu finden. Von den Berufseinsteigern in Vollzeit traf dies nur auf 54 Prozent zu. Fast jeder Absolvent, nämlich 97 Prozent, rechnete damit, später weitere Schulungen zu brauchen, um die Karriere voranzubringen. Immerhin acht von zehn Jungbeschäftigten gaben an, solche Weiterbildung schon vom Arbeitgeber zu erhalten. Gut jeder zweite Abgänger musste zudem für seine akademische Ausbildung einen Bildungskredit in Anspruch nehmen. Jeder siebte Berufsneuling berichtete, dass ihm der Arbeitgeber bei der Rückzahlung hilft.

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