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Die Kunst des Ablehnens : Kannst du bitte mal schnell ...?

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Beliebte Arbeitsbienen: Wer ständig für Kollegen einspringt, wird selten befördert. Dann könnten die anderen ja nichts mehr bei ihm abladen Bild: Frank Röth / F.A.Z.

Wer sich im Beruf nicht ausnutzen lassen will, kann Bitten auch mal mit einem klaren „Nein“ ausschlagen - wenn er gute Gründe dafür hat. Doch wie genau geht das am besten? Und was geschieht mit denen, die niemals „Nein“ sagen?

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          Auf ihr „Nein“ ist die Volkswirtin heute noch stolz. Nach ihrem Examen hatte sie ihre erste Stelle in einem Ministerium angetreten. Am Freitagnachmittag bat sie ein Kollege darum, ein Fax für ihn loszuschicken. Er stand im Mantel neben ihr, während sie den Computer herunterfuhr. „Mir war klar, dass ich mich noch lange darüber ärgern würde, wenn ich ihm den Gefallen täte“, sagt sie im Rückblick. Also lehnte sie ab. „Ich erklärte ihm, dass ich nicht die Sekretärin sei und dass ich auch gleich nach Hause wolle.“ Der Mann faxte selbst. Konsequenzen für die Volkswirtin: keine. Im Nachhinein denkt sie, dass das die Probe aufs Exempel war. „Du musst deine Position täglich behaupten, um nicht die zu sein, die ständig für andere am Kopierer steht“, sagt sie. Der Erfolg gibt ihr recht. Sie ist nun bei einer Behörde der Europäischen Union angestellt.

          „Nein-sagen-Können ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolg im Beruf“, sagt auch der Psychologe und Coach Jürgen Hesse. „Manche Menschen werden hochgeschätzt dafür, dass sie wunderbare Arbeiter sind.“ Aber die Karriereleiter nach oben steigen - das würden sie nie, daran hätte niemand Interesse. Den anderen würde der nette Kollege fehlen, der all die Aufgaben ohne Prestige übernimmt.

          Darf man also nein sagen - immer und überall? Valentin Nowotny, Psychologe und Berater aus Hamburg, plädiert eher für den klugen Kompromiss. Nach dem Motto: Ja, ich übernehme die zusätzliche Aufgabe, darf aber am Freitag dafür früher gehen. „Wer geschickt verhandelt, fühlt sich von dem Ergebnis auch nicht überfordert“, sagt er. Auch die Berliner Berufsberaterin Uta Glaubitz vertritt die Ansicht: „In puncto Neinsagen sollte man sich keine allzu militärische Haltung zulegen.“

          Freundlichkeit, aber nicht zu viel Diplomatie

          Wenn der Kollege, der normalerweise kaum derlei Bitten äußert, völlig überlastet sei, sei es nur fair, mal etwas für ihn zu kopieren. „Wer jedoch häufig Aufgaben übertragen bekommt, die nicht zu seinem Gebiet gehören, sollte in sich hineinhorchen und überlegen, ob er grundsätzlich Probleme mit dem Neinsagen hat.“ Glaubitz hat beobachtet, dass Menschen, die schlecht etwas ablehnen können, von anderen erst recht mit Bitten behelligt werden. Nach dem Motto: Kannst du mal Herrn X für mich anrufen?

          Also ein lautes Nein - und dann schweigender Rückzug ins Büro? Nein, meint Jürgen Hesse: „Erklären Sie, dass Sie prinzipiell zur Verfügung stehen, und begründen Sie sachlich, warum Sie heute nicht können, weil Sie beispielsweise mit einem anderen Projekt beschäftigt sind.“ Es sei wichtig, dem anderen und seiner Bitte Wertschätzung entgegenzubringen. Hesse und auch Uta Glaubitz empfehlen, das Neinsagen außerhalb der Firma zu trainieren. In der Kneipe das Bier zu reklamieren, wenn es warm ist. Wer überhaupt nicht nein sagen könne, solle über eine Psychotherapie nachdenken, meint Glaubitz. Erstens gehöre Neinsagen zum selbstbestimmten Erwachsenenleben dazu. Zweitens baue, wer immerfort nur ja sage und sich dabei über sich selbst ärgere, Aggressionen auf. „Wenn es dann in Ordnung wäre, jemandem einen Gefallen zu tun, explodiert er vielleicht“, sagt Glaubitz. Sie ist für Freundlichkeit, aber gegen allzu viel Diplomatie. Ein klares Nein sei wirkungsvoller, als sich zu zieren. Den Chef um ein Gespräch bitten müsse, wer etwa ständig unbezahlte Überstunden macht. Auch der Betriebsrat kann helfen - dann etwa, wenn der Auszubildende regelmäßig den Garten des Vorgesetzten jäten muss, statt die Tätigkeiten zu erlernen, die zu seinem Beruf gehören.

          „Das Neinsagen fällt vor allem den Frauen schwer“

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