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Neue Auswertung : Deutsche machen trotz Corona weniger Überstunden

  • Aktualisiert am

Abends brennt in vielen Frankfurter Büros auch während der Pandemie noch Licht. Bild: Lucas Bäuml

Die Deutschen machen immer weniger Überstunden – daran haben auch Homeoffice und Pandemie nichts geändert. Das zeigt eine neue Studie. Einen finanziellen Ausgleich für die zusätzliche Arbeitszeit gibt es jedoch selten.

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          Die Deutschen machen seit Jahren immer weniger Überstunden und diesen Trend hat auch die Pandemie nicht gebrochen – zumindest wenn es nach dem neuen „Arbeitszeitmonitor“ der Vergütungsberatung Gehalt.de geht. Waren es 2009 im Durchschnitt noch 6,5 Stunden in der Woche, sind es den aktuellen Daten (2020 und 2021 zusammengenommen) zufolge nur noch 2,9 Stunden. In der Studie wird allerdings auch auf die Pandemie-bedingte Zunahme an Kurzarbeit hingewiesen.

          Insgesamt arbeiteten demnach 48 Prozent der Beschäftigten regelmäßig länger als vertraglich vereinbart, wobei Frauen mit im Schnitt 2,1 Stunden weniger Überstunden verbuchten als Männer (3,5 Stunden). Einen Überstundenausgleich erhalten derweil nur 32 Prozent der Arbeitnehmer.

          Die Studie ist nicht repräsentativ, ihr liegt jedoch mit „346.405 Arbeitsverhältnissen“ ein recht umfangreicher Datensatz zugrunde. Für die Auswertung sei von im Schnitt 254 Arbeitstagen bei einer 5-Tage-Woche und 28,3 Urlaubstagen ausgegangen worden, heißt es von Gehalt.de.

          Mehr Gehalt – mehr Überstunden

          Wenig überraschend häufen sich bei Führungskräften in der Regel mehr Überstunden an als bei Fachkräften. Erstere kommen im Schnitt auf 7,6 in der Woche im Vergleich zu 2,5 – und Fachkräfte erhalten den Daten zufolge in 34 Prozent der Fälle einen finanziellen Ausgleich. Unter Führungskräften ist dies bloß bei 14 Prozent der Fall.

          Generell steigt mit dem Gehalt in der Regel auch die Zahl der Überstunden: Arbeitet eine Fachkraft mit einem Bruttojahresgehalt zwischen 40.001 und 60.000 Euro jede Woche im Schnitt 2,7 Stunden mehr, sind es in der Gehaltsklasse 60.001 bis 80.000 Euro 3,7 und ab 100.001 Euro 6,1 Überstunden.

          Den Spitzenplatz im Branchenvergleich nimmt mit im Durchschnitt 4,7 Überstunden die Unternehmensberatung ein, während die Zahl der zusätzlichen Arbeitsstunden in der Rechtsberatung mit 1,9 Stunden und in Behörden (1,8 Stunden) eher überschaubar bleibt.

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