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Führungsverantwortung : Chef werden? Nein, danke!

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Führungskräfte sind zunehmend gestresst. Bild: dpa

Das Streben nach Erfolg ist Teil unserer deutschen Leistungsgesellschaft. Oder sollte es besser heißen „es war einmal“? Wollen wir noch immer hoch hinaus?

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          Nur 7 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland möchten in den kommenden fünf bis zehn Jahren eine Führungsposition übernehmen. Während sich in China noch 47 Prozent eine Führungsposition vorstellen können, sind es in Großbritannien neun Prozent, in Frankreich und Amerika jeweils zehn Prozent. Das sind die Ergebnisse der Studie „The End Of Management As We Know It“. Dafür hat die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) rund 1500 Führungskräfte und 3500 Mitarbeiter in fünf Ländern (China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Amerika) befragt. 

          37 Prozent der befragten deutschen Mitarbeiter würden am liebsten gar nicht mehr arbeiten, unter den Führungskräften sind es 28 Prozent. Damit liegt Deutschland im Vergleich zu den anderen analysierten Ländern vorne. Auch die Selbständigkeit wird zunehmend unattraktiv. Während in Amerika sogar 29 Prozent der Mitarbeiter in Zukunft gerne selbständig arbeiten würden, sind es in Deutschland nur 6 Prozent.

          82 Prozent der Manager in Deutschland finden ihre Arbeit heute schwerer als früher. Damit einhergehend fühlen sich 64 Prozent der deutschen Führungskräfte im Vergleich zu den letzten Jahren mehr gestresst. 60 Prozent fühlen sich sogar überarbeitet. Dennoch möchten 40 Prozent der Manager hierzulande in Zukunft in einer Führungsrolle bleiben. Wirklich überfordert mit ihrer Position sind nämlich nur 34 Prozent der deutschen Manager. In Frankreich und Großbritannien sind es weniger. Die Zahl derjenigen Führungskräfte, die ihren Job als schwerer empfinden als früher, liegt aber auch in diesen Ländern bei mehr als 80 Prozent. Nur China sticht hervor: Hier können sich 70 Prozent vorstellen, weiterhin Manager zu bleiben. Dort fühlen sich im Ländervergleich die wenigsten Manager gestresst und überarbeitet. Unter den befragten deutschen Mitarbeitern halten 84 Prozent ihren Job für schwieriger als früher.

          Der Wunsch nach Feedback

          Der Studie zufolge möchten Manager ihre Rolle klar definiert wissen, um den Erwartungen an ihre Führungsposition gerecht werden zu können. Bei der Frage danach, welche Eigenschaften eine gute Führungskraft ausmachen, sind sich die Mitarbeiter in den analysierten Ländern relativ einig: sie wünschen sich jemanden, der ihnen mithilfe von Feedback die Möglichkeit gibt die eigenen Fähigkeiten zu verbessern und Hindernisse für das Team beseitigt. In Deutschland erwartet ein Großteil der Befragten zudem, dass ein Manager Entscheidungen trifft.

          Spannend bleibt, wie sich Führungspositionen in den nächsten Jahren entwickeln werden. Die meisten Manager sehen in der Digitalisierung und den neuen Technologien eine Chance auf positive Veränderung in der Führungsebene. Für die Generation Z könnte das Management also durchaus wieder attraktiv werden.

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