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Ein Bundesland an der Spitze : Fast 42 freie Tage im Jahr

  • Aktualisiert am

Ab in den Strandkorb! Die Deutschen wollen mehr Urlaub. Bild: dpa

Deutsche Arbeitnehmer haben im Schnitt knapp 29 Tage Urlaub im Jahr. In manchen Bundesländern sind es aber überdurchschnittlich viele. Wenn dann noch viele Feiertage dazukommen, kann man mancherorts schon neidisch werden.

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          Ist Ihr Sommerurlaub schon vorbei? Oder hat er noch gar nicht angefangen? In jedem Fall: Gefühlt zu kurz ist er doch eigentlich immer! Dabei haben die Deutschen statistisch gesehen im Jahr sogar ziemlich viele freie Tage. Im Durchschnitt sind es 28,9 Urlaubstage, wie aus einer neuen Auswertung der Vergütungsberatung Compensation Partner hervorgeht. Im Bundesländervergleich liegt Baden-Württemberg mit 29,1 freien Tagen an der Spitze – Sachsen bildet mit 27,5 Urlaubstagen das Schlusslicht.

          Für die Erhebung untersuchten die Vergütungsexperten 200.676 Datensätze von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland mit Blick auf die Anzahl ihrer Urlaubstage. Berücksichtigt wurden dabei regionale Informationen, die Firmengröße, das Alter sowie Branchen. Die Angabe der Urlaubstage bezieht sich stets auf den aus den Daten erhobenen Durchschnittswert. Bundesweit ergibt sich ein Durchschnitt von 28,9 Urlaubstagen.

          Zu den Urlaubstagen kommen noch gesetzliche Feiertage, also die Anzahl an gesetzlichen Feiertagen im überwiegenden Teil eines Bundeslandes hinzu, die nicht auf einen Sonntag fallen. Diese variieren je nach Bundesland. Demnach verfügen die Bayern und Baden-Württemberger über die meisten Feiertage: Sie können die Arbeit an zwölf Feiertagen im Jahr ruhen lassen.

          41,8 freie Tage in Bayern

          Insgesamt kommen die Bayern auf 41,8 Tage und verfügen somit über die meisten arbeitsfreien Tage. Es folgen Baden-Württemberg mit 41,1 Tagen und das Saarland mit 40,4 Tagen. Auf den letzten drei Plätzen liegen Mecklenburg-Vorpommern mit 37,8, Brandenburg mit 37,7 und Berlin als Schlusslicht mit 36,8 Tagen.

          Die Unterschiede im Ländervergleich hängen mit den wirtschaftlichen Strukturen zusammen, so die Analyse: Im Süden der Republik befänden sich viele große Unternehmen, die oft nach Tarifverträgen organisiert seien, während in den neuen Bundesländern viele kleine und mittlere Firmen säßen, die tarifunabhängig seien.

          In größeren Unternehmen gibt es mehr Urlaub

          Je größer das Unternehmen, desto mehr freie Werktage erhalten die Beschäftigten, so die Erhebung weiter. Die Analyse nach Firmengröße zeigt, dass in Großunternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern die Anzahl der Urlaubstage bei durchschnittlich 29,8 liegt. In kleinen Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern sind es dagegen im Schnitt 27,3 Urlaubstage.

          Darüber hinaus besteht auch ein Zusammenhang zwischen Alter und der Anzahl an Urlaubstagen. Demnach verfügen junge Beschäftigte unter 20 Jahren im Durchschnitt über rund 28 Urlaubstage. Über 50-jährige Arbeitnehmer kommen auf mehr als 29 freie Tage.

          Bei der Betrachtung der Branchen schneidet der Einzelhandel mit durchschnittlich 30,3 Tagen am besten ab. Auf dem zweiten und dritten Rang befinden sich öffentliche Verwaltungen und das Bankenwesen mit jeweils durchschnittlich 29,8 freien Tagen.

          Die wenigsten Urlaubstage im Schnitt haben Mitarbeiter in Call Centern. Hier erhalten Beschäftigte 26,3 Tage zur Erholung. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind es 26,6 Urlaubstage. Wenig Freizeit gibt es auch im Werbe- und PR-Bereich. Beschäftigte bekommen hier durchschnittlich 27 Tage Urlaub.

          Akademiker wollen mehr Urlaub

          Im Durchschnitt nehmen die deutschen Arbeitnehmer den größten Teil ihrer Urlaubstage im Sommer: 12,2 Urlaubstage sind es im Schnitt zwischen Juni und August. Das geht aus dem Urlaubsreport 2018 des Arbeitnehmernetzwerkes Xing hervor.

          Erhoben wurden die Zahlen als Teil der alljährlichen repräsentativen Studie „Kompass Neue Arbeitswelt“ im ersten Quartal 2018 vom Marktforschungsinstitut Marketagent.com. Für den Report wurden 1015 deutsche Arbeitnehmer befragt.

          Gefragt nach der Anzahl der Urlaubstage, die sie sich selbst pro Jahr einräumen würden, fiel die Antwort mit Blick auf die tatsächliche Anzahl von durchschnittlich 29 Urlaubstagen im Jahr relativ bescheiden aus: Im Schnitt würden die Befragten 32,2 Tage Urlaub nehmen. Eingeschränkt wurde die Fragestellung mit zwei Anforderungen. Durch den Umfang des genommenen Urlaubs sollte keine Arbeit liegen bleiben und der Kollegenkreis nicht durch die eigene Abwesenheit über Gebühr belastet werden.

          Nur fünf Prozent wollen wenig Urlaub

          Berufseinsteiger zwischen 18 und 24 Jahren würden sich dabei allerdings mit 34,2 Tage im Schnitt mehr Urlaub genehmigen, als erfahrene Erwerbstätige zwischen 60 und 65 Jahren, die sich durchschnittlich 29,8 Tage wünschen. Auch mit dem Bildungsgrad steigt die Anzahl der gewünschten Urlaubstage. So sind es bei Abiturienten und Akademikern 33,9 Tage.

          Ebenso die Unternehmensgröße scheint eine Rolle zu spielen: In kleineren Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern wünschten sich die Befragten 30,3 Tage. Ebenso fällt auf, dass sich Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter 1500 Euro unterdurchschnittliche 30 Urlaubstage wünschen – das legt den Schluss nahe, dass die Anzahl an gewünschten Urlaubstagen auch im Zusammenhang mit dem Einkommen steht.

          Allerdings gibt es auch Arbeitnehmer, die sich mit einem Minimum an Urlaub begnügen oder sich nicht mehr leisten können: Fünf Prozent der Befragten möchten mit lediglich fünf Tagen Urlaub im Jahr auskommen. Fast ein Fünftel der Befragten wünscht sich allerdings wiederum mehr, als den gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Tagen.

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