https://www.faz.net/-gyl-96n2l

Deutsche Bank : Zwischen Frust und Kuscheltieren

Wie lange kann sich John Cryan noch im Amt halten? Bild: dpa

In der Deutschen Bank wächst der Unmut. In vielen Bereichen geht es nicht voran, der Stellenabbau sorgt zusätzlich für Unsicherheit. Und nun werden den Bankern nicht einmal mehr ihre verdienten Boni gegönnt – oder?

          3 Min.

          Kuscheliger kann sich eine Bank nicht präsentieren. Schaukelnde Kinder, knuffige Teddybären, der sympathisch schwäbelnde Finanzchef des Stofftierherstellers Steiff, der die jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit der Deutschen Bank preist. So sieht der erste Film einer neuen Werbekampagne aus, für die Mitarbeiter der Bank erzählen sollten, inwiefern ihre Arbeit und die Deutsche Bank gut für die Gesellschaft und für die Kunden sind. Zum Abschluss des Werbefilms, der in dieser Woche auf dem Neujahrsempfang der Bank in Frankfurt gezeigt wurde, darf dann der Bankberater Helmut Hönle noch sagen: „Ich berate nicht nur den Mittelstand in Finanzfragen. Ich helfe Steiff, Kindern eine Begleitung fürs Leben zu geben.“

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bei so viel Pathos muss das Publikum im 35. Stockwerk der Bankzentrale dann doch ein wenig lachen. Und auch Tilman Wittershagen, der Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Mitte, kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er die Gäste des Empfangs – gute Kunden, Vertreter der Stadt und der Landespolitik – nach dem Film begrüßt: „Wir Banker sind eben immer noch auf der Sinnsuche“, sagt er selbstironisch.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Brexit-Gegner protestieren in London

          Brexit-Abstimmung verschoben : Johnsons Chancen

          Abermals ist es den Brexit-Gegnern gelungen, den Ausstiegsprozess aufzuhalten. Es klingt widersinnig, aber Johnson ist seinem Ziel, einem Austritt Ende des Monats, dennoch ein Stück näher gekommen.