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515 Euro oder mehr im Monat : Der Azubi-Mindestlohn ist beschlossen

  • Aktualisiert am

Zwei Azubis der Wasser- und Bäderbetriebe in Berlin Bild: dpa

Der Bundestag hat den Weg für einen Mindestlohn für Azubis frei gemacht. Außerdem soll es bald etwa den „Bachelor Professional“ geben.

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          Zehntausende Azubis sollen künftig besser bezahlt werden. Der Bundestag hat am Donnerstag die Einführung eines Azubi-Mindestlohns im nächsten Jahr beschlossen. Auszubildende im ersten Lehrjahr sollen dann mindestens 515 Euro im Monat bekommen. Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr. Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn dann automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter steigen.

          Die Bundesregierung will mit ihrem Gesetz die Berufsausbildung attraktiver machen und Abbrecherzahlen in der Ausbildung verringern. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte im Bundestag. Die duale Ausbildung sei neben „Made in Germany“ ein Markenzeichen Deutschlands. Erfolg sei aber kein Selbstläufer, sagte sie mit Verweis auf nicht besetzte Lehrstellen.

          Von der geplanten Mindestvergütung könnten langfristig rechnerisch rund 115.000 junge Menschen profitieren. So viele Azubis verdienten jedenfalls nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Ende 2017 weniger als 500 Euro im Monat, viele davon sogar weniger als 400 Euro. In bestimmten Berufen, wie dem Friseurhandwerk und vor allem im Osten bekommen Azubis bisher besonders wenig Geld. Ausnahmen von der Mindestvergütung sind künftig dennoch möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Vereinbarungen treffen. Der Bundesrat muss der Reform noch zustimmen.

          „Bachelor Professional"

          Die Gewerkschaft IG BAU begrüßte die Mindestvergütung, diese sei allerdings mit 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr noch deutlich zu gering. Hier müsse der Gesetzgeber nachlegen. Positiv aufgenommen wurde auch die garantierte Freistellung für die Berufsschule und die beschlossene Lernmittelfreiheit, sowie den beschlossenen bezahlten freien Tag vor der Abschlussprüfung.

          Das Gesetz sieht außerdem die Einführung neuer Bezeichnungen für die berufliche Fortbildung vor, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der beruflichen Bildung zu sichern. Künftig soll es die Fortbildungsabschlüsse „geprüfte/r Berufsspezialist/in„, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ geben. Außerdem soll noch mehr Azubis eine Ausbildung in Teilzeit ermöglicht werden.

          Handwerk lobt Neuerung

          Lob für die neuen Bezeichnungen kam vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), sie seien ein „starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung“. Auch das Handwerk sprach von „attraktiven und international verständlichen Fortbildungsstufenbezeichnungen“.

          Der Handelsverband warnte allerdings vor „Verwirrung“ bei der Einführung der neuen Bezeichnungen sowie vor Mehrkosten für die Betriebe durch Freistellungen aller Auszubildenden an Berufsschultagen. Eine Mehrbelastung drohe auch durch die vorgesehenen bezahlten Freistellungen von Prüfern.

          Die Gewerkschaft NGG erklärte, sie erhoffe sich von diesen neuen Regeln insbesondere bei den „Berufen mit hohen Abbrecherquoten“, also im Lebensmittelhandwerk und im Gastgewerbe, eine deutliche Verbesserung. Die Gewerkschaft lobte auch die Mindestausbildungsvergütung als „echten Fortschritt im Kampf gegen billige Ausbildung“. Allerdings hätte sie noch höher ausfallen können, hieß es.

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