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Online-Seminare : Corona-Krise treibt digitale Weiterbildung

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Im Homeoffice mussten sich viele einrichten. Bild: dpa

An groß angelegte Seminare ist derzeit nicht zu denken, also schwenken viele Unternehmen auf digitale Angebote um. Doch das will gekonnt sein.

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          Die Krise als Chance begreifen: Diese Aussage ist nicht nur abgedroschen, sondern wirkt ob der weitreichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie schnell zynisch. Zumindest was neue Arbeitsformen und das Vorantreiben der Digitalisierung betrifft, hat der Satz teilweise aber wohl eine gewisse Berechtigung. Eine Studie des „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, die der F.A.Z. vorliegt, zeigt etwa, dass viele Unternehmen in der Krise ihre digitalen Weiterbildungsangebote verstärkt haben.

          Im Rahmen des „IW-Covid-19-Panel“ wurden insgesamt 377 Unternehmen befragt. 56,2 Prozent nehmen der Studie zufolge aktuell die Möglichkeit von Kurzarbeit in Anspruch, 2,4 Prozent haben es getan, 12,3 Prozent geben an, es zu planen. Die Mehrheit hat indes ihre Weiterbildungsaktivitäten aufrechterhalten; nur bei 25,9 Prozent sind diese seit Beginn der Corona-krise gesunken. Besonders häufig (42,6 Prozent) war dies bei Unternehmen mit 100 und mehr Mitarbeitern der Fall. Die Nutzung digitaler Lernangebote allerdings hat den Angaben zufolge bei 36 Prozent der Unternehmen zugenommen.

          Rund ein Drittel der Unternehmen gab zudem an, schon laufende Weiterbildungsprogramme ganz (6,6 Prozent) oder „teilweise“ (28 Prozent) digital weitergeführt zu haben. Während 18 Prozent die Aktivitäten grundsätzlich lieber in den üblichen Präsenzveranstaltungen – sobald wieder möglich – fortsetzen wollen, standen 31 Prozent vor dem Problem, schlicht kein Angebot gehabt zu haben, um in der Krise weiterzumachen. Vor allem Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern seien hiervon betroffen gewesen, schreibt das Autorenteam.

          Wenig verwunderlich wünschen sich viele der kleineren und mittleren Unternehmen mehr finanzielle Förderung zur Erhöhung der Weiterbildungsaktivitäten während der Corona-krise sowie gezielte Förderung der technische Ausstattung und generell mehr Infos zu E-Learning-Angeboten. Dieser „Informationsbedarf“ sei gerade bei diesen Unternehmen „kein neues Phänomen“. Oft fehlten Kapazitäten, um sich auf diesem Feld besser aufzustellen.

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