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Arbeiten nach Corona : Schöne grüne Bürowelt?

Büropflanzen allein – wie hier im deutschen Bundestag – machen den Arbeitsplatz nicht nachhaltig. Bild: Jens Gyarmaty

Schon vor Corona versuchten viele Unternehmen, den Arbeitsplatz nachhaltiger zu gestalten. Die Pandemie verändert vieles – und nicht alles zum Guten.

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          Das Jahr 2020 war für Elke Kux ein ganz besonderes Jahr. Für ihren Arbeitgeber, die Unternehmensberatung Capgemini, kümmert sich die Managerin um die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit – und kann etliche Erfolge verbuchen: Schon im Jahr 2019 gewann das Beratungsunternehmen den Wettbewerb „Büro und Umwelt“, ein Jahr später erreichte es die Umweltziele, die es sich eigentlich erst für das Jahr 2030 gesetzt hatte. Jetzt möchte das Unternehmen bis zum Jahr 2025 CO2-neutral werden und fünf Jahre später „Net Zero“, was so viel bedeutet wie CO2-neutral auch unter Berücksichtigung der gesamten Lieferkette. „Diese Ziele haben wir uns schon vor der Pandemie gesetzt“, berichtet Kux. „Aber Corona ist nun noch einmal ein Beschleuniger.“

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nicht nur bei Capgemini – über Unternehmensgrenzen hinweg spüren Personalmanager, dass Corona einen neuen Nachhaltigkeitsschub in die Büros gebracht hat. Wie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation schon im Jahr 2014 herausgefunden hat, räumen deutschsprachige Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit im Büro grundsätzlich einen großen Stellenwert ein: 86 Prozent der 158 von dem Institut befragten Fach- und Führungskräfte gaben an, in Zukunft einen stärkeren Fokus auf die umweltfreundliche Gestaltung von Büroarbeit legen zu wollen.

          Im Sinn hatten sie damals wohl Maßnahmen wie die Beschaffung umweltfreundlicher Büromaterialien, einen intelligenten Stromverbrauch oder die Organisation von Fahrgemeinschaften. Dass sechs Jahre später ein Virus das gesamte Arbeitsleben auf den Kopf stellen würde und aus der Frage, welches Papier zum Drucken verwendet wird, eine Diskussion darüber geworden ist, ob die Mitarbeiter überhaupt noch ins Büro kommen, hat wohl niemand erwartet.

          Verändertes Reiseverhalten

          „Vor allem bei Dienstreisen hat die Pandemie die Frage aufgeworfen, was wirklich sein muss“, sagt Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager. „Die Vorstellung, für ein Meeting von zwei Stunden noch ein Flugzeug zu betreten, mit all dem CO2-Ausstoß, aber auch den Kosten und der Zeit, die daran hängen, ist mittlerweile fast absurd geworden.“ Das ganze Reiseverhalten werde sich nachhaltig ändern und effizienter werden, ist sie überzeugt.

          Eine positive Entwicklung, findet Christoph Bertram, Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Dass Geschäftsreisen dauerhaft an Attraktivität verloren haben, ist ein klarer Vorteil für das Klima“, sagt er, denn die Alternative, digitale Meetings, habe beinahe keinen negativen Effekt. „Die Anbieter von Videokonferenzsoftware haben ein eigenes Interesse daran, den Datenverkehr und damit Stromverbrauch gering zu halten für eine schnelle Übertragung.“

          Bislang rühmten sich einige Unternehmen damit, Dienstreisen zu kompensieren, also den CO2-Fußabdruck von Flügen und langen Autoreisen durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten auszugleichen. Klimaforscher Bertram hält das für Augenwischerei: „Der einzige wirklich glaubwürdige Ausgleich wäre es, CO2 aus der Atmosphäre herauszuziehen. Solch eine Kompensation würde aber heute noch deutlich mehr als 100 Euro je Tonne kosten.“ Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, sollte also zweimal über Dienstreisen nachdenken – oder es wird richtig teuer.

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