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Corona-Krise : Fast 50 Prozent der Selbständigen mussten Ersparnisse antasten

  • Aktualisiert am

Zwei soloselbstständige Musiker auf einer Kundgebung in Mainz Bild: dpa

Mehr als die Hälfte der Selbständigen konnte zudem ihrer Arbeit gar nicht oder nur noch eingeschränkt nachgehen, zeigt eine neue Studie. Abhängig Beschäftigte stehen deutlich besser da.

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          In Deutschland leiden laut einer Studie Selbständige stark unter den Folgen der Coronakrise, während abhängig Beschäftigte nur vergleichsweise wenig Einbußen hinnehmen müssen. 66 Prozent der Selbständigen hätten in der Krise Umsatzrückgänge zu verzeichnen, teilte das Ifo-Institut am Montag in München auf Basis erster Ergebnisse einer Studie mit. Nahezu die Hälfte der Selbständigen (46 Prozent) mussten demnach seit Beginn der Corona-Krise private Ersparnisse nutzen, um die negativen Folgen für ihr Gewerbe abzumildern.

          Mehr als die Hälfte (61 Prozent) der Selbständigen konnte während der Pandemie ihrer Arbeit gar nicht oder nur noch eingeschränkt nachgehen. Wie aus der Umfrage unter 30.000 Befragten im Juni weiter hervorgeht, haben 26 Prozent der Selbständigen staatliche Soforthilfen erhalten, bei 16 Prozent wurden Steuerzahlungen oder -vorauszahlungen gestundet. Geld von Verwandten oder Freunden haben sich 9 Prozent geliehen, 5 Prozent konnten betriebliche Rechnungen nicht zahlen.

          Wöchentliche Arbeitszeit unter abhängig Beschäftigten kaum gesunken

          Dagegen zeigte sich bei den abhängig Beschäftigten ein ganz anderes Bild. Die große Mehrheit von 78 Prozent der Arbeiter, Angestellten und Beamten konnte laut der Studie in der Corona-Krise bis zum Juni ununterbrochen arbeiten. In dieser Zeit sei die wöchentliche Arbeitszeit nur bei 18 Prozent der abhängig Beschäftigten gesunken.

          „Für 80 Prozent der Arbeiter, Angestellten und Beamten hat sich der Arbeitslohn beziehungsweise das Gehalt infolge der Corona-Krise nicht geändert“, hieß es. Generell zeigten sich in der Befragung 10 Prozent sehr besorgt, dass sie die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten bringen wird. Besorgt sind vor allem diejenigen, deren Haushaltsnettoeinkommen seit Februar gesunken ist, die Beschäftigten in Kurzarbeit sowie die Arbeiter und die Selbständigen.

          „Bei den Selbständigen hat es insbesondere die alleinerziehenden Frauen getroffen“, so Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts. „85 Prozent mussten ihre Tätigkeit einschränken oder ganz einstellen. Bei den abhängig Beschäftigten hingegen mussten Geringverdiener, Hauptschulabsolventen und Arbeiter am meisten zurückstecken. Diese Gruppen sollten im Mittelpunkt weiterer politischer Maßnahmen stehen.“

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