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Castingshow für Unternehmer : Gut gegründet, Löwe?

  • -Aktualisiert am

Marvin Metzke und David Hagenkötter in ihrem Kreuzberger Fabrikloft. Bei der Firmengründung immer mit dabei: Apple-Produkte, Nervosität und ein Fernsehteam von Vox. Bild: Pein, Andreas

In der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ buhlten Jungunternehmer um ein Startkapital von privaten Investoren. Wir haben die Sieger der ersten Staffel besucht und uns gefragt: Ist die Show der Weg zum Erfolg?

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          Das Büro der Firma „Crispy Wallet“ sieht genau so aus, wie man sich das Büro eines Start-ups in Berlin-Kreuzberg vorstellt: Eine Loft-Etage im Hinterhaus, in einer Ecke steht auf einem grasgrünen Teppich ein altes orangefarbenes Ledersofa, als Tisch dient eine Holzpalette auf Mineralwasserkisten. Mitten im Raum steht ein Kicker, und an einer Wand hängt eine rosafarbene Schweinsmaske, die von einer altmodischen Schirmlampe beleuchtet wird. Der wertvollste Bestandteil der Einrichtung ist eine Kollektion von Apple-Produkten. Bildschirme, MacBooks und iPads sind großzügig über ein halbes Dutzend hölzerner Schreibtische verteilt.

          Das einzig Ungewöhnliche an der erwartbaren Umgebung ist das Fernsehteam, das sein Zubehör überall im Raum verteilt hat. Denn das Loft von „Crispy Wallet“ würde es heute wahrscheinlich nicht geben, wäre da nicht die „Höhle der Löwen“, eine Fernsehshow, in der Unternehmensgründer ihre Ideen vorstellen und dafür Kapital einsammeln können.

          Die beiden Gründer sind die ersten erfolgreichen Teilnehmer der Vox-Sendung, sie stellen neben Kunststoff-Portemonnaies auch Hüllen für Laptops und Tabletcomputer her. Das Fernsehteam will nun dokumentieren, wie sich ihr Geschäft seit Beginn der Show entwickelt hat. Das Prinzip der „Höhle der Löwen“ ist einfach: Die Unternehmensideen der Bewerber und die Bedingungen, zu denen sie Investoren an Bord holen möchten, werden von fünf Juroren begutachtet. Diese „Löwen“ sind der Reiseunternehmer Vural Öger, die Shoppingkanal-Betreiberin Judith Williams, der Internetinvestor Frank Thelen, die Kunststoff-Fabrikantin Lencke Wischhusen und der Erlebnis-Unternehmer Jochen Schweizer.

          „Sorry, aber - Scheißidee“

          Sagt einem von ihnen die Idee zu, kann er sich entschließen, in das Unternehmen zu investieren. Entweder zu den geforderten Bedingungen oder indem er dem Bewerber ein Alternativangebot unterbreitet. Weil die „Löwen“ dabei ihr privates Vermögen einsetzen, müssen die Bewerber einiges über sich ergehen lassen. Da gibt es viel zuckersüßes Wegloben („Super Idee, und du bist total sympathisch - aber das kriegst du besser alleine hin“), aber auch vernichtende Kritik. „Sorry, aber - Scheißidee“, heißt es dann. Auf diese Weise soll der Ablauf der Show dem klassischen „Pitching“ möglichst nahekommen, der Präsentation neuer Unternehmensideen vor potentiellen Geldgebern.

          Aber ist die „Höhle der Löwen“ für hoffnungsvolle Jungunternehmer tatsächlich ein aussichtsreicher Weg, an Geld zu kommen? Das Format suggeriert einen echten Geschäftsabschluss. Am Ende der Sendung besiegeln Juror und Teilnehmer mit Handschlag ihre Einigung. Allerdings wurden in den vergangenen Wochen auch mehrere Fälle erfolgreicher Teilnehmer bekannt, in deren Projekte die „Löwen“ trotz der Zusicherungen nicht investierten. Vorwürfe wurden laut: Die Löwen seien wortbrüchig, der Sender Vox betreibe Betrug am Zuschauer, überhaupt sei die ganze Sendung ein abgekartetes Spiel.

          „Das ist Quatsch“, sagt Internetunternehmer Thelen, der im Rahmen der Show unter anderem ins Kreuzberger Start-up „Crispy Wallet“ investiert hat - und nun auf dessen orangefarbenem Ledersofa auf seinen Einsatz vor der Kamera wartet. „Wenn ich in der Show investiere, sehe ich das als festes Commitment“, beteuert er. „Aber natürlich prüfen wir hinterher, ob das, was uns die Bewerber erzählt haben, auch stimmt.“ Weil die Juroren vorher nichts über die Bewerber wüssten, könne es passieren, dass sich bestimmte Ideen im Nachhinein als ungeeignet erwiesen: „Wenn ich merke, da hat mich einer verarscht, dann bekommt er eben auch kein Geld.“ Bei den Dreharbeiten hätten die Juroren intensiv mit jedem Bewerber diskutiert und dann ihre Entscheidung getroffen.

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