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Burnout : Auf dem Rückzug

Ärzte diagnostizieren nun seltener einen Burnout und häufiger eine Depression, wenn Patienten mit Antriebslosigkeit und gedämpfter Stimmung zu ihnen kommen. Bild: dpa

Volkskrankheit Burnout? Eine Krankenkasse gibt vorläufig Entwarnung: Die Krankentage wegen zu viel Stress in der Arbeit sind drastisch gesunken. Dafür wird eine andere Krankheit häufiger diagnostiziert.

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          November. In der Debatte um Burnout als neues Volksleiden der Deutschen zeichnet sich eine drastische Kehrtwende ab. Nach neuesten Daten der Krankenkasse DAK sind die dadurch verursachten Krankschreibungen im Jahr 2013 um ein ganzes Drittel zurückgegangen. Entfielen im Jahr 2012 je 1000 Versicherte noch 100 Fehltage auf Burnout, waren es zuletzt nur noch 67. Dieser Trend habe sich auch im ersten Quartal 2014 fortgesetzt, hieß es in einer Pressemitteilung vom Montag. Damit ist eine rasante Aufwärtsentwicklung beendet; 2004 waren es noch ganze sechs Ausfalltage gewesen.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die DAK nennt als Grund für diese überraschende Entwicklung einen offeneren und differenzierteren Umgang von Ärzten und Patienten mit dem Thema Burnout. „Eine zunehmend differenziertere Diagnosepraxis führt mittlerweile dazu, dass häufiger eine Depression erkannt wird, die eigentlich hinter dem Burnout steckt“, sagte DAK-Medizinerin Elisabeth Thomas. Anders als die Depression ist der Burnout gar keine anerkannte Krankheit. Schon seine Definition ist unter Ärzten umstritten, häufig wird eine allgemeine Erschöpfung und Antriebslosigkeit dahinter verstanden, oft begründet mit beruflicher Überlastung.

          Die Daten der DAK zeigen auch, dass gleichzeitig mit dem Rückzug des Burnout die Zahl der festgestellten Depressionen weiter steigt. Die Zahl der Fehltage habe sich innerhalb von 13 Jahren um 178 Prozent erhöht, heißt es. Auch deshalb steigen die Ausgaben der Kasse für psychische Erkrankungen. Im Jahr 2013 belief sich diese Summe auf knapp 237 Millionen Euro, das bedeutet einen Anstieg um 15 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Die DAK ist mit mehr als 6 Millionen Versicherten eine der größten Kassen in Deutschland; annähernd jeder zweite Versicherte ist erwerbstätig.

          Erst vor wenigen Tagen hatte die Deutsche Rentenversicherung mitgeteilt, dass der Anteil der Frührentner mit psychischen Störungen wächst. Mittlerweile geben fast 43 Prozent der Bezieher einer Erwerbsminderungsrente ein solches Leiden an. Damit hat sich deren Zahl seit den neunziger Jahren auf heute knapp 75 000 fast verdreifacht. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und die Gewerkschaften plädieren für eine Anti-Stress-Verordnung, die die Belastung am Arbeitsplatz senken soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat jedoch schon klargemacht, dass sie dem Unterfangen „sehr kritisch“ gegenübersteht.

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