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Einwanderung : Bundesregierung will Fachkräfte in Asien und Südamerika suchen

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Gesucht: Fachkräfte für den Gesundheitsbereich Bild: dpa

In der EU wirbt die Bundesregierung schon viele Fachkräfte an. In manchen Berufen reicht das nicht. Wie Wirtschaftsminister Altmaier jetzt die Fühler nach Indien oder Brasilien ausstrecken will.

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          Die Bundesregierung will Fachkräfte künftig auch verstärkt außerhalb der EU anwerben. Der Fachkräftemangel sei eine der größten Herausforderungen für den Standort Deutschland, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Berlin. „Klar ist: Nur mit ausreichend gut qualifizierten Fachkräften werden unsere Unternehmen ihre Innovationskraft bewahren, weiterhin im globalen Wettbewerb bestehen und letztlich unseren Wohlstand sichern können.“ Damit dies gelinge, „müssen wir bereits heute die richtigen Weichen stellen. Dabei müssen wir alle Potentiale nutzen, im Inland wie im Ausland.“ Deshalb wolle die Bundesregierung verstärkt auch auf die qualifizierte Zuwanderung setzen.

          Am kommenden Montag lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Fachkräftegipfel. Dabei soll auch die Strategie diskutiert werden, wie genau die Bemühungen außerhalb der EU verstärkt werden können. Die Zuwanderung aus der EU reicht bislang nicht aus, um die Lücken in den Unternehmen zu stopfen.

          Im März 2020 tritt das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz in Kraft, mit dem der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für qualifizierte Fachkräfte erleichtert wird. Dieses richtet sich aber vor allem an EU-Staaten. Außerhalb der Europäischen Union gibt es in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden erste Pilotprojekte.

          Das Wirtschaftsministerium fördert ab 2020 drei solcher Pilotprojekte. Diese konzentrierten sich auf Berufe, in denen ein ausgewiesener Fachkräftemangel in Deutschland bestehe. Früheren Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge sind dies etwa Gesundheitsdienstleister, Logistiker, das Baugewerbe sowie IT-Spezialisten.

          Indien, Vietnam und Brasilien

          Die Projekte sollen laut Ministerium in ausgewählten Partnerländern stattfinden, in denen ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen und die an einer Zusammenarbeit interessiert sind. So geht es in einem Projekt des DIHK um Fachkräfte aus Indien, Vietnam und Brasilien. Ein Projekt des Zentralverbands des Deutschen Handwerks konzentriert sich auf die drei Berufe Elektroniker, Metallbauer und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Pilot-Partnerland ist Bosnien und Herzegowina.

          Außerdem soll das Informations- und Beratungsportal „Make it in Germany“ ausgebaut und verbessert werden. So solle eine Jobbörse für internationale Fachkräfte weiterentwickelt werden.

          Deutschland verlangt Sprachkenntnisse und will Zuwanderer, die Aussicht auf eine konkrete Stelle haben, dauerhaft integrieren, um langfristige Lösungen für die Unternehmen zu finden.

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