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Kaffee gefällig? Kaffee wird als Wachmacher gewaltig überschätzt. Bild: nito - stock.adobe.com

„Blues“ in der Arbeit : Keine Angst vor dem Montag

  • -Aktualisiert am

Den Start in die Woche finden viele gruselig. Wir haben ein paar Vorschläge gesammelt, wie er leichter gelingen kann.

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          Im Ländle der Fleißigen

          Das Leben ist hart, besonders montags. Man kann noch so viel Freude an der Arbeit haben, der Montagmorgen macht keinen Spaß – übrigens unabhängig davon, wie das Wochenende gelaufen ist. Hat man ausnahmsweise doch mal seine eigenen bürgerlichen Ansprüche erfüllt und war wandern, in der Natur oder in der Kultur, also im Museum oder im Theater, dann fragt man sich, warum man sich die Enge des Büros eigentlich antut. Kopf und Körper sehnen sich nach der Weite des Wochenendes. Das gute Leben, so viel steht fest, ist nicht das am Schreibtisch.

          Das bürgerliche Leben aber ist bekanntermaßen viel Schein. Natur und Kultur sorgen meistens dafür, dass am Wochenende doch wieder irgendeine Feier war: Familie, Freunde oder die pure Lust am Leben. Der Sonntag danach war schon zu viel. Im Englischen gibt es den Ausdruck Hangxiety: Hangover (Kater) und Anxiety (Angst). Wenn man nur ein bisschen in die Jahre gekommen ist, braucht man auch den Montag noch, um Kopf und Körper wieder einzurichten. Was also zieht dann all die Schwaben hier in Stuttgart – der wahrscheinlich bürgerlichsten aller Städte – auch am Montag zu absurden Zeiten ins Büro? Bekämpfen sie den Montagsblues mit Selbsthass und Schlafdefizit? Oder machen sie am Wochenende einfach rein gar nichts? Wie auch immer: Als Neigschmeckter gelten die Regeln des Schwabentums für mich nicht. Ich schlafe bis zur ersten Konferenz und danke der Menschheit, dass sie neben der Alkohol- auch eine Kaffeekultur etabliert hat. Gustav Theile

          Bloß keine Ruhe vor dem Sturm

          Montagsblues ist ja wirklich das falsche Wort. Hat die Arbeitswoche erst einmal begonnen, ist doch eigentlich alles wieder prima, schließlich macht’s Spaß, was man da tut. Schlimm ist eher der Sonntag, vor allem der Sonntagabend. Analog zum Spruch, dass Vorfreude die schönste Freude ist, türmen sich die Vorahnungen, dass die neue Woche mal wieder viel zu wenige Stunden für alles haben wird: Elternsprechtag mitten am Montagvormittag (wie schaffen das die anderen eigentlich immer?), Zahnarzttermin Dienstag Abend (autsch), das eine Kind schreibt Mittwoch Englisch (ups, bis eben vergessen), das andere ist krank (Oma anrufen). Dabei braucht das neue Projekt bei der Arbeit jede Menge Aufmerksamkeit, fünf Termine allein dafür. Im Tagesgeschäft naht die nächste Deadline, Kollege 1 ist auf Dienstreise, Kollege 2 im Urlaub, die freie Mitarbeiterin hat Corona, im Smartphone türmen sich Dutzende E-Mails. Da hilft nur eins: Handy aus, Fernseher aus. Bloß kein Tatort-guck-Ritual, bloß nicht am Sonntagabend ruhen! Joggen, tanzen, Wohnung putzen, Hauptsache Action, und viel davon. Am Ende hat man was geschafft – und ist zu geschafft, um über den Montag nachzugrübeln. Nadine Bös

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