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Bitkom-Umfrage : Jeder Vierte ist schon im Homeoffice tätig

In der Untersuchung sagten drei Viertel der Befragten, die Heimarbeit solle stärker genutzt werden. Bild: dpa

Beschäftigte arbeiten laut der Umfrage länger, produktiver – und sie schonen das Klima. Eine Pflicht zum Homeoffice sehen viele aber skeptisch.

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          Das durch die Corona-Krise vorangetriebene Arbeiten zu Hause ist für viele Deutsche zum Alltag geworden. Inzwischen sei jeder vierte Beschäftigte im „Homeoffice“ tätig, etwa 10,5 Millionen Berufstätige, heißt es in einer neuen Untersuchung des Digitalverbands Bitkom. Weitere 20 Prozent, mehr als 8 Millionen Personen, arbeiten zumindest teilweise von ihrer Wohnung aus. Gemäß der repräsentativen Umfrage unter 1500 Teilnehmern ist also für fast die Hälfte der Erwerbstätigen die Heimarbeit an allen oder an einigen Werktagen normal geworden. Auch nach Ende der Pandemie werde voraussichtlich jeder Dritte seinen Arbeitsort flexibel wählen, erwartet Bitkom. Das entspreche 14,7 Millionen Berufstätigen.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Vor Ausbreitung des Virus war das Homeoffice die Ausnahme. Lediglich 18 Prozent hatten damals ganz oder teilweise zu Hause gearbeitet. In der neuen Erhebung gab nur eine Minderheit an, ihre Tätigkeit sei für diese Form des Arbeitens völlig ungeeignet. Die Epidemie verändere die Arbeitswelt tiefgreifend, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

          Klare Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hilfreich

          Der Wechsel ins Homeoffice sei überwiegend unfreiwillig erfolgt, doch habe eine Mehrheit damit positive Erfahrungen gemacht. „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass flexibles Arbeiten die Qualität der Arbeitsergebnisse nicht schmälert, im Gegenteil“, findet Berg. Unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten könne allen Seiten Vorteile bringen, setze aber einen „Kulturwandel“ voraus. Die Politik müsse die Veränderungen mit Anreizsystemen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterstützen.

          In der Untersuchung sagten drei Viertel der Befragten, die Heimarbeit solle stärker genutzt werden. Für eine große Mehrheit hat sie positive Umwelteffekte, da zum Beispiel der Verkehr entlastet werde. „Je mehr Homeoffice, desto besser für das Klima“, sagte Berg. Die meisten Befragten gaben an, daheim länger und produktiver zu arbeiten als im Büro. Keine Mehrheit erhielt indes die Aussage, dass die Arbeitszufriedenheit in den eigenen vier Wänden höher sei. Und nur die Hälfte wünscht, dass es während „Corona“ eine Pflicht zum Homeoffice geben müsse. „Eine der größten Herausforderungen für die Arbeit im Homeoffice ist die Abgrenzung von Beruflichem und Privatem“, sagte Berg. „Hierbei helfen klare Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, empfahl er.

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